Deutscher Gewerkschaftsbund

PM - 04.03.2011

100 Jahre Internationaler Frauentag - Von Chancengleichheit noch meilenweit entfernt

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„Für Frauen gibt es eine chronische Dauerkrise auf dem Arbeitsmarkt. Von Niedriglohn, Minijobs, Teilzeit und Befristung sind überwiegend Frauen betroffen. Da wird viel über einen drohenden Fachkräftemangel gesprochen und dann missachtet man das berufliche Potenzial der Frauen“, erklärt Uwe Polkaehn, Vorsitzender des DGB Bezirk Nord zum Internationalen Frauentag am 08. März 2011.

Ein Blick in die Statistik der Bundesagentur für Arbeit zeigt, dass von 2003 bis 2010 die Zahl der Vollzeit beschäftigten Frauen in Mecklenburg-Vorpommern um fast 21.000 auf 187.000 zurück ging, während demgegenüber die Zahl der in Teilzeit beschäftigten Frauen um 24.500 auf 85.200 zunahm. In Schleswig-Holstein ging die Zahl der Vollzeit beschäftigten Frauen um 7.200 auf 241.000 zurück, während die Zahl der Teilzeit beschäftigten Frauen um 5.800 auf 151.100 anstieg. Fast jede dritte sozialversicherungspflichtig beschäftigte Frau in Mecklenburg-Vorpommern arbeitet in Teilzeit; in Schleswig-Holstein ist es bald jede zweite. Uwe Polkaehn: „Die steigende Erwerbstätigenquote der Frauen bedeutet am Ende: Mehr Frauen arbeiten immer weniger und teilen den Kuchen untereinander auf. Eigene Existenzen zu sichern wird für die Frauen damit immer schwieriger, ihre Altersarmut ist vorprogrammiert.“

In Mecklenburg-Vorpommern arbeiten 36.900 Frauen ausschließlich in geringfügig bezahlten Jobs, insgesamt sind 50.900 geringfügig beschäftigt; in Schleswig-Holstein sind rund 115.000 Frauen ausschließlich geringfügig beschäftigt, insgesamt gibt es 163.400 geringfügig Beschäftigte. „Die dramatische Lage wird dadurch sichtbar, dass 70 Prozent aller Niedriglohnempfänger, die sich mit Hungerlöhnen und zusätzlichen Hartz IV-Zuschüssen durch Leben kämpfen müssen, Frauen sind“, betont Lisanne Straka, gleichstellungspolitische Expertin des DGB Bezirk Nord. Diese Frauen würden trotz Arbeit arm bleiben. Lisanne Straka hebt die Forderungen des DGB nach einem gesetzlichen Mindestlohn hervor, der „ein hervorragendes Frauenförderungsprogramm“ darstelle. Auch Equal Pay sei das Gebot der Stunde. Die Gewerkschaftsfrauen machen sich dafür stark, die „typischen Frauenberufe“ aufzuwerten. „Es ist nicht einzusehen, dass die Reparatur von Waschmaschinen besser bezahlt wird als die Erziehung unserer Kinder“, sagt Lisanne Straka.

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Thomas Ritter

 

Kerstin Koch / copyright Peter Bisping

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