Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 02 - 08.01.2020

Fachkräftesicherung funktioniert über Gute Arbeit und Tarifschutz

DGB-Chef Polkaehn zur schleswig-holsteinischen Arbeitsmarkt-Bilanz

Ob im Handwerk, in der IT-Branche, in der Pflege oder in der Logistik: Viele Unternehmen im Norden beklagen den Mangel an Fachkräften. Schleswig-Holsteins Arbeitsminister Buchholz verspricht sich viel vom neuen Fachkräfteeinwanderungsgesetz. Uwe Polkaehn, Vorsitzender DGB Nord, warnt vor zu großen Erwartungen.

„Das Fachkräfteeinwanderungsgesetz ist sicherlich eine Chance, alle Probleme wird es nicht lösen. Fachkräftesicherung läuft am besten über Tariflöhne und Gute Arbeit. So lange Schleswig-Holstein das Lohnkellerland des Westens bleibt, suchen sich die Fachkräfte lieber einen Job in Hamburg oder im Rest der Republik. Wenn, wie z. B. im Hotel- und Gaststättengewerbe, über die Hälfte der Jobs nur als Minijob angeboten werden, wird man niemanden dauerhaft halten können. Zu Guter Arbeit gehören auch Weiterqualifizierungsmöglichkeiten der Beschäftigten. Wir brauchen unbedingt ein Recht auf Weiterbildung für alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Sie müssen die Chance erhalten sich weiterzubilden. Das Qualifizierungschancengesetz muss von den Unternehmen mehr genutzt werden, die Gelder auch abgerufen werden.“

Mit Blick auf den Ausbildungsmarkt sagt Polkaehn: „Vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels ist es richtig und wichtig, die duale Berufsausbildung wieder attraktiver zu machen. Deshalb fordern wir gleiche Mobilitätschancen für Auszubildende wie für Studierende, und ein landesweites Azubiticket für Bus und Bahn. Tarifliche Leistungen sind für Auszubildende ungemein attraktiv. Ich empfehle allen Jugendlichen, die auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz sind, sich gezielt nach Betrieben mit Tarifbindung zu erkundigen. Nach Ende der Ausbildung bedeutet das 700 bis 800 Euro mehr.“


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Thomas Ritter 

 

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