Deutscher Gewerkschaftsbund

PM - 14.06.2007

DGB besorgt über Lehrstellensituation in Schleswig-Holstein

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Der DGB ist wenige Wochen vor Schuljahresende besorgt über die Lehrstellensituation im Land.

Bei einem Treffen des Bündnisses für Ausbildung heute in Kiel sagte Uwe Polkaehn, Vorsitzender der DGB Region Schleswig-Holstein Ost und gleichzeitig Mitglied im DGB Nord-Bezirksvorstand, dass im Mai nach Berechnungen des DGB erst 11.700 Berufsausbildungsstellen gemeldet worden seien und dies bei 14.700 Bewerbern. Das seien 3,7% weniger Ausbildungsstellen als noch im Mai 2006, auf 100 Bewerber kämen gerade einmal 80 Berufsausbildungsstellen.

Besonders besorgniserregend sei, so Polkaehn, dass es neben den Schülern, die in diesem Jahr die Schule verließen, eine Bugwelle von Altbewerbern gebe, die ein Jahr und länger erfolglos auf Lehrstellensuche seien. Deren Anteil an der Gesamtbewerberzahl sei in diesem Jahr erneut gestiegen und liege jetzt bei fast 57 Prozent. Das sei, so Polkaehn, ein Skandal. Es bestehe die reale Gefahr, dass bei allen Jubelmeldungen über die angebliche Verbesserung der Ausbildungssituation gerade diese Jugendlichen „vergessen“ würden. Die damit verbundenen langfristigen sozialen Probleme könne man sich leicht ausdenken.

Polkaehn mahnte auch Korrekturen bei den Einstiegsqualifizierungen für Jugendliche (EQJ) an. Die Spitzenverbände der Wirtschaft hatten sich 2004 verpflichtet, für drei Jahre jeweils 30.000 neue Ausbildungsplätze und 25.000 Plätze für Einstiegsqualifizierungen einzuwerben, um möglichst allen Jugendlichen ein Angebot machen zu können. Zielgruppe waren junge Ausbildungsbewerber mit so genannten eingeschränkten Vermittlungsperspektiven und Jugendliche, die noch nicht in vollem Maße über die erforderliche Ausbildungsbefähigung verfügten. Der Bundesrechnungshof habe, so Polkaehn, jetzt festgestellt, dass der größte Teil der Jugendlichen in solchen Maßnahmen mittlere Reife oder sogar Abitur habe. Polkaehn: „So war das aber nicht gedacht. Es dürfen nur die Jugendlichen in den Genuss dieses Programms kommen, die es wirklich nötig haben, und das sind vor allem Jugendliche mit bzw. ohne Hauptschulabschluss.“

Für die Zukunft prognostizierte Polkaehn auch für Schleswig-Holstein einen Facharbeitermangel, der zeichne sich schon jetzt in der Baubranche ab. Dort seien schon richtige Absetzbewegungen wegen schlechter Bezahlung und Arbeitsbedingungen Richtung Skandinavien zu beobachten. Angesichts des auf uns zukommenden Facharbeiterbedarfs müssten Arbeitgeber jetzt in die Zukunft investieren und ausbilden, die Konjunktur gebe das her – sie fordere es geradezu heraus.



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