Deutscher Gewerkschaftsbund

14.07.2011
Pressemeldung

Mindestlöhne in Europa steigen

Die meisten euröpäischen Länder kennen einen Mindestlohn. Deutschland hat nur in wenigen Branchen, die im Arbeitnehmer-Entsendegesetz genannt werden, einen verbindlichen Mindestlohn. Dabei handelt es sich um die Abfallwirtschaft, das Baugewerbe, das Dachdeckerhandwerk, das Elektrohandwerk, die Gebäudereinigung, das Maler- und Lackiererhandwerk, die Pflegebranche, die Sicherheitsdienstleistungen und die Wäschereidienstleistungen.


Europaweit sind die Mindestlöhne in fünf Länder-Kategorien einzuteilen: Die westeuropäischen, die südeuropäischen und osteuropäischen Staaten, Deutschland und Skandinavien.


Die niedrigsten erlaubten Stundenlöhne betragen in den westeuropäischen Ländern zwischen 7,65 Euro (Irland) und 10,16 Euro (Luxemburg). Luxemburg ist damit das erste europäische Land, dass einen Mindeststundenlohn von über 10 Euro vorschreibt, dicht gefolgt von Frankreich mit 9,00 Euro und die Niederlande mit 8,74 Euro.

Die zweite Gruppe der Mindestlohnländer umfasst die südeuropäischen Staaten, wo die Mindestlöhne von 2,92 Euro (Portugal) bis 4,28 Euro (Griechenland) reichen.

Die Mindestlöhne in den osteuropäischen Staaten liegen noch einmal unter denen der südeuropäischen Länder. Sie reichen von 0,71 Euro (Bulgarien), 0,93 in Rumänien bis 1,85 Euro (Polen). Slowenien mit einem Mindestlohn von 4,32 Euro pro Stunde ist das einzige osteuropäische Land, in dem der Mindestlohn über dem der südeuropäischen Staaten liegt.


Die skandinavischen Staaten kennen keinen gesetzlichen Mindestlohn und die dortigen Gewerkschaften lehnen ihn auch ab. Ihr Credo ist, dass die Gewerkschaften in Dänemark, Schweden und Finnland so stark sind, dass sie in Verhandlungen mit den Arbeitgeberverbänden genug Kraft haben, Existenz sichernde Löhne für alle Arbeitnehmerzu vereinbaren.


Nach Auffassung des DGB Bezirk Nord braucht Deutschland einen Mindestlohn, weil es durch die politisch geförderte Ausweitung des Niedriglohnsektors zu einer sozialen Schieflage gekommen ist. Aus den heutigen Niedriglöhnen, die durch Hartz IV aufgestockt werden müssen, werden die Armutsrenten von Morgen. Dieser Entwicklung müsse Einhalt geboten werden.


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Thomas Ritter 

 

Sekretariat: Astrid Lau 

DGB Nord
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