Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 58 - 15.06.2012

Fachkräfte wollen faire Löhne - Tarifflucht vertreibt Arbeitnehmer

Am Montag kommen in der Schweriner Staatskanzlei die Vertreter der Landesregierung, des DGB Nord, der Arbeitgeberverbände und weitere Teilnehmer des Bündnisses für Arbeit in Mecklenburg-Vorpommern zusammen.

Uwe Polkaehn, Vorsitzender des DGB Nord, erwartet dort ein „klares Bekenntnis, dass Tarifverträge und ein gesetzlicher Mindestlohn von 8,50 Euro Grundvoraussetzungen sind, um dem drohenden Fachkräftemangel in Mecklenburg-Vorpommern zu begegnen. Leistung hat ihren Preis: Arbeitgeber, die immer noch meinen, sich an Tariflöhnen vorbeimogeln zu können, werden auf die Nase fallen. „Geschäftsmodelle“, bei denen Billiglöhne durch staatliche Sozialleistungen aufgestockt werden sollen, sind sittenwidrig – sie müssen bekämpft und geächtet werden. Mit der Tarifflucht-Ideologie der 90er Jahre kann niemand die Flucht von Arbeitnehmern zur besser zahlenden Konkurrenz  stoppen. Und wer für seine Arbeit ordentlich entlohnt wird, der gibt auch mehr aus und sorgt so für Umsatz.“

Es sei nötig, die in einem umfangreichen Katalog festgelegten Maßnahmen der Tarif- und Bündnispartner umzusetzen und fortzusetzen, so Polkaehn: „Wer Fachkräfte will, der muss die gesamte Bildungskette stark machen – von der Kita bis zur Weiterqualifizierung älterer Arbeitnehmer. Ein Land und Unternehmen, die Arbeitnehmer für sich gewinnen wollen, müssen ordentliche Bezahlung, familienfreundliche Bedingungen und auch eine Willkommenskultur für Zuwanderer bieten. Gute Arbeit ist mehr als Mindestlohn. Faire Flächentarifverträge sind der stärkste Beitrag zur Anwerbung qualifizierter Arbeitnehmer.“

Dass das Land Mecklenburg-Vorpommern plane, im Vergabegesetz und in der Wirtschaftsförderung den Mindestlohn von 8,50 Euro als verbindliche Untergrenze festzulegen und nur tariflich und besser entlohnende Unternehmen in den Genuss der maximalen Wirtschaftsförderung gelangen zu lassen, sei „eine notwendige und überfällige Maßnahme“, sagte der DGB-Vorsitzende.


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Thomas Ritter 

 

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