Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 94-2020 - 27.11.2020
Corona vertieft soziale Spaltung

DGB Nord fordert 1000 Euro Soforthilfe für Beschäftigte im Gastgewerbe

Kurzarbeit, Entlassungen, weniger Jobangebote – auch wenn Deutschland vergleichsweise gut durch die Krise kommt – finanziell geht die Pandemie nicht spurlos an den Menschen vorbei. 

„Die Corona-Pandemie vergrößert die soziale Spaltung“, so Uwe Polkaehn, Vorsitzender DGB Nord. „Einkommensverluste betreffen überdurchschnittlich oft Beschäftigte, die schon zuvor schwächere Positionen auf dem Arbeitsmarkt hatten. Erwerbstätige mit ohnehin niedrigen Einkommen sind von den wirtschaftlichen Verwerfungen besonders stark betroffen.“

Aktuelle Zahlen des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts der Hans-Böckler-Stiftung zeigen das ganze Ausmaß:  

Je kleiner das Einkommen, desto häufiger sind Menschen im Zuge der Pandemie von finanziellen Einbußen betroffen. Jeder zweite Haushalt mit einem monatlichen Nettoeinkommen von weniger als 900 Euro hat bis Juni Verluste erlitten. In der Einkommensgruppe zwischen 1.500 und 2.000 Euro netto ist es immer noch weit über ein Drittel. Dagegen hat ab einem Einkommen von über 4.500 Euro lediglich jeder vierte Haushalt Ausfälle zu verzeichnen. Dazu sind ärmere Menschen gleich doppelt gestraft: Sie verloren nicht nur öfter an Einkommen. Ihre Einbußen sind auch deutlich höher. Corona reißt die sozialen Gräben weiter auf!

“Die Beschäftigten im Niedriglohnsektor sind noch über Wochen hinaus besonders hart betroffen. Zum Beispiel können tausende Beschäftigte im Gastgewerbe im Norden nicht ihrer Arbeit nachgehen, sie brauchen dringend Hilfe. Was für Unternehmen geht, muss auch für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer möglich sein.“ Es sei richtig, dass die Arbeitgeber des Gastgewerbes finanzielle Unterstützung erhalten, um durch die Coronavirus-Pandemie zu kommen. Aber bei den Beschäftigten komme viel zu wenig an. So könne man die Beschäftigen nicht im Regen stehen lassen.

Angesichts der Beschlüsse der Ministerpräsidentenkonferenz die Kultur- und Tourismusbetriebe weiter geschlossen zu halten forderte Polkaehn: „1.000 EUR Corona-Sofort-Nothilfe für betroffene Beschäftigte. Die Not bei ihnen ist groß, die Reserven längst aufgebraucht!“


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