Deutscher Gewerkschaftsbund

PM - 13.12.2010

Bundesregierung schiebt Langzeitarbeitslose aufs Abstellgleis DGB Nord spricht von einer dramatischen Entwicklung

Bild

Die Bundesregierung plant, im kommenden Jahr den sog. Eingliederungstitel für Langzeitarbeitslose bei den ARGEN drastisch zu kürzen. Beim Chef des DGB Bezirk Nord, Uwe Polkaehn, löst diese „Sparmaßnahme“ heftige Kritik aus.



„Mit diesen kurzsichtigen Kürzungsvorschlägen werden die Eingliederungschancen für Langzeitarbeitslose in den ersten Arbeitsmarkt deutlich verschlechtert. Die Langzeitarbeitslosen werden gesellschaftspolitisch aufs Abstellgleis geschoben und ihrem Schicksal allein überlassen. Dies ist eine dramatische Entwicklung, die viel sozialen Sprengstoff in sich birgt“, sagte Polkaehn.

Die Kürzungsvorschläge würden mit der sinkenden Arbeitslosigkeit begründet. „Trotz hoher wirtschaftlicher Wachstumsraten und steigender Gewinne in der Finanzwirtschaft, werden die staatlichen Stützungsmaßnahmen für den Finanzsektor dagegen nicht gekürzt. Die Bundesregierung hat ein Herz für Banken und Finanzjongleure, Langzeitarbeitslose sind ihr offensichtlich gleichgültig“, kritisiert der Gewerkschaftschef diese ungleiche politische Behandlung.

Während Hartz IV – Empfänger/innen im nächsten Jahr zwar eine Mini-Erhöhung um 5 Euro im Monat erhalten, bleibe es dagegen schleierhaft, wie bei zusammen gestrichenem Eingliederungstitel die Zusage auf Verbesserung der Integration in den ersten Arbeitsmarkt erreicht werden solle. „Diese Kürzungen werden dazu führen, dass noch weniger Menschen mit Weiterbildung, Lohnkostenzuschüssen oder öffentlich geförderter Beschäftigung geholfen werden kann“, bemängelt der DGB Nord.



Hamburg:

2011: 134,7 Millionen EUR

2010: 178,8 Millionen EUR

Kürzung um 44,1 Millionen EUR = ca. 25 %





Schleswig-Holstein:
2011: 149,8 Millionen EUR

2010: 206,0 Millionen EUR



Kürzung um 56,2 Millionen EUR = ca. 27 %



Mecklenburg-Vorpommern:

2011: 1,840 Milliarden EUR

2010: 2,630 Milliarden EUR



Kürzung um 790 Millionen EUR = ca. 30 %





Langzeitarbeitslose im November 2010:



Mecklenburg-Vorpommern:

24.240 Langzeitarbeitslose = 384 weniger als im November 2009



Schleswig-Holstein:

25.509 Langzeitarbeitslose = 1.827 weniger als im Nov. 2009



Hamburg:

17.975 Langzeitarbeitslose = 2.899 weniger als Nov. 2009


Achtung: Langzeitarbeitslose, die nach Beendigung einer arbeitsmarktpolitischen Maßnahme wieder arbeitslos werden, zählen nicht mehr zu den Langzeitarbeitslosen, was sie aber faktisch sind/ Langzeitarbeitslosigkeit kann auch durch die demografische Entwicklung sinken und ist kein Indiz für eine erfolgreiche Arbeitsmarktpolitik

Nach oben
Suchbegriff eingeben
Datum eingrenzen
seit bis

Kontakt: Pressestelle

DGB Bezirk Nord
Besenbinderhof 60
20097 Hamburg

Tel. 040-60 77 66 1 - 23
Tel. 040-60 77 66 1 - 18
Fax. 040-60 77 66 1 - 41

Thomas Ritter 

 

Sekretariat: Astrid Lau 

DGB Nord
Lohnspiegel
lohnspiegel.de