Deutscher Gewerkschaftsbund

PM - 01.03.2011

Trotz Wirtschaftsauschwung bleibt Arbeitsmarkt im Norden kritisch

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Im Vergleich zum Vormonat Januar stagnieren die aktuellen Arbeitslosenzahlen im Februar 2011: In Schleswig-Holstein werden 116.733 Arbeitslose, in Mecklenburg-Vorpommern 127.814 und in Hamburg 76.685 arbeitslose Frauen und Männer gezählt.

„An den ungelernten und den älteren Arbeitslosen sowie an den Langzeitarbeitslosen im SGB II-Bereich geht die wirtschaftliche Entwicklung vorbei“, kommentiert Uwe Polkaehn, Vorsitzender des DGB Bezirk Nord die neueste Statistik. Während in Schleswig-Holstein die Arbeitslosenzahl im Februar im Vergleich zum Vorjahresmonat um 3,4 % gesunken ist, nahm die Zahl der Arbeitslosen ohne Berufsausbildung nur um 1,5 % ab; in Mecklenburg-Vorpommern verringerte sich die Gesamtzahl um 4,2 %, die der Ungelernten nur um 2 % und in Hamburg war ein Rückgang der gesamten Arbeitslosen um 8,3 % festgestellt worden, während die Zahl der Ungelernten sich um 7,2 % verringerte. „Dies untermauert nachdrücklich unsere Forderung, mehr in Bildung und Ausbildung zu investieren. Nur so sichern wir für die Arbeitnehmer/innen langfristig ein hohes Beschäftigungsniveau und stärken zugleich die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen“, sagte Uwe Polkaehn.

Während viel über die demografische Entwicklung und den zukünftigen Arbeitskräftebedarf diskutiert wird, baut sich die Arbeitslosigkeit der Älteren (55 bis unter 65 Jahre) weiter auf. Im Jahresvergleich stieg sie in Schleswig-Holstein um 12,8 %, in Mecklenburg-Vorpommern um 7,7 % und in Hamburg um 6,1 %. „Die Forderung nach mehr Beschäftigung von älteren Arbeitnehmern wird gegenwärtig noch Lügen gestraft. Diese Zahlen dokumentieren, die Heraufsetzung des Renteneintrittalters auf 67 Jahre ist ein Rentenkürzungsprogramm“, kritisiert der DGB Nord–Chef.

Auch die Langzeitarbeitslosen spüren die positive wirtschaftliche Entwicklung nur schwach. Während im Jahresvergleich die Arbeitslosigkeit in Schleswig-Holstein im SGB III-Bereich um 12,2 % zurück ging, waren es im SGB II-Bereich nur 0,8 %. In Mecklenburg-Vorpommern lauteten die Zahlen minus 9,2 % im SGB III und minus 1,5 % im SGB II und in Hamburg minus 20,3 % im SGB III und minus 2,2 % im SGB II. „Langfristige Arbeitslosigkeit führt zur Entwertung beruflichen Könnens. Hier muss mit sinnvollen arbeitmarktpolitischen Instrumenten eingegriffen werden, um die Beschäftigungschancen und dieser Menschen spürbar zu verbessern“, fordert der DGB Nord.

Nicht anschließen möchte sich der DGB Bezirk Nord dem Kreis der Arbeitsmarktbeobachter, der die Zunahme der Beschäftigtenzahlen durch die „rosaroten Brille“ betrachtet. „Wenn im Vergleich der Monate Februar 2011 zu Februar 2010 die Leiharbeit in Schleswig-Holstein 10 mal stärker zugenommen hat als die Gesamtzahl der Beschäftigten, in Mecklenburg-Vorpommern sogar 39 mal stärker und in Hamburg 9 mal, dann ist das keine gute Entwicklung. Wir alle wissen, dass Leiharbeit insgesamt schlechter bezahlt wird als reguläre Beschäftigung. Unsere Forderung nach gleicher Bezahlung der Leiharbeit ist aktueller denn je“, so Uwe Polkaehn. Die Zunahme der Leiharbeit betrug in Schleswig-Holstein 20,7 %, in Hamburg 18,0 % und in Mecklenburg-Vorpommern 14,7 %. Insgesamt gab es in den drei Bundesländern 53.600 Leiharbeiter.


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