Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 028 - 07.03.2012

Zeichen setzen am Internationalen Frauentag

Unter das Motto „Heute für morgen Zeichen setzen“, hat der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) den diesjährigen Internationen Frauentag am 8.März gesetzt.

Die heutigen Frauen sind die am besten ausgebildete Frauengeneration. Dennoch schaffen sie im Arbeitsleben nicht den Sprung in die Führungspositionen.

Elf Jahre nach der Selbstverpflichtungserklärung der deutschen Wirtschaft, den Frauenanteil in Führungspositionen zu erhöhen, fällt die Bilanz nüchtern aus. 2011 waren gerade mal 3,4 Prozent der Vorstände der 160 DAX-Unternehmen mit Frauen besetzt. Der Frauenanteil in Aufsichtsräten liegt bei 12,7 Prozent.

„Ohne verbindliche Regelungen für die Besetzung von Führungspositionen in Unternehmen kommen zu wenige Frauen in den Chefetagen an“, sagt Lisanne Straka, zuständig für die Gleichstellungspolitik beim DGB Nord, und fordert eine verbindliche Geschlechter-Quote auf europäischer Ebene. Der DGB unterstützt damit die Überlegungen der EU-Kommissarin Reding, gesetzliche Quoten zur Steigerung von Frauen in Führungspositionen einzuführen, wenn freiwillige Verpflichtungen nicht greifen.

Andere europäische Länder haben längst erkannt: ein ausgewogenes Führungsteam von Frauen und Männern ist betriebswirtschaftlich erfolgreicher als reine Männerteams. In Norwegen sind Frauen mit 40 Prozent in den Verwaltungsräten der Aktiengesellschaften vertreten. Spanien, Frankreich, die Niederlande, Island, Dänemark und Belgien haben in den letzten Jahren ebenfalls Quoten von 30 bis 40 Prozent gesetzlich verankert.

„Vor dem Hintergrund des nahenden Fachkräftemangels kann Deutschland es sich schlicht nicht leisten, auf gut qualifizierte Frauen zu verzichten. Die Quote wird wie ein Katalysator wirken und zur Normalität von Frauen in leitenden Funktionen führen “, betont Uwe Polkaehn, Vorsitzender der DGB Bezirk Nord.

Der Fokus bei der Besetzung der Top-Positionen muss nach Ansicht des DGB Nord auf allen Ebenen und in allen Bereichen geführt werden.

Besonders schwer scheint eine Frauenkarriere an den Hochschulen zu gelingen. In Mecklenburg-Vorpommern sind nur 15 Prozent der Professoren Frauen, in Schleswig-Holstein sind 13 Prozent der Professoren weiblich. Dabei sind in beiden Ländern mehr als die Hälfte der Hochschulabsolventen weiblich.

Nach Auffassung des DGB Nord müssen Vorurteile gegenüber Frauen als Führungskräfte abgebaut und die Rahmenbedingungen für die Vereinbarkeit von Familie und Karriere verbessert werden.

 


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Thomas Ritter 

 

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