Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 022 - 19.03.2014

Equal Pay Day - Frauen in der Minijob-Falle

Der Equal Pay Day markiert den Tag, bis zu dem Frauen über den Jahreswechsel hinaus weiterarbeiten müssten, um rechnerisch auf das durchschnittliche Jahresgehalt ihrer männlichen Kollegen zu kommen. In diesem Jahr wäre das der 21. März. Das heißt: Frauen bekommen immer noch durchschnittlich 22 Prozent weniger Lohn für ihre Arbeit - und immer mehr stecken in der Minijob-Falle.

Mit vielfältigen Aktionen beteiligen sich die Gewerkschaften im Norden am Equal Pay Day. Der diesjährige Aktionstag steht unter dem Themen-Motto „…und raus bist Du? Minijobs und Teilzeit nach Erwerbspausen“. Lisanne Straka, zuständige Abteilungsleiterin im DGB Nord: „Minijobs erweisen sich oftmals als berufliche Sackgasse. Sie haben einen ausgeprägten Klebeeffekt, so dass für viele Frauen der Minijob zur Dauererwerbsform wird. Das hat fatale Folgen für die Frauen. Aufstiegschancen bleiben versperrt, der Entgeltunterschied zwischen ihnen und den Männern vergrößert sich, und Altersarmut ist programmiert. Die Falle wird immer größer - die Rentenlücke zwischen Frauen und Männern beträgt fast 60 Prozent!“

Rund 266.000 Minijobs gibt es in Schleswig-Holstein, 171.000 in Hamburg, 91.500 in Mecklenburg-Vorpommern. Davon sind in Schleswig-Holstein 62 Prozent, in Mecklenburg-Vorpommern 56 Prozent und in Hamburg knapp 60 Prozent mit Frauen besetzt  – und ihre Zahl steigt. 68 Prozent der Minijobber verdienen weniger als 8,50 Euro die Stunde, mehr als ein Drittel kommt nicht über einen Stundenlohn von 4,99 Euro hinaus.

Der Deutsche Gewerkschaftsbund Nord (DGB Nord) legt zum Equal Pay Day erstmals eine Regionalstatistik vor, die die Zahl und den Anteil der Minijobberin in den Landkreisen aller drei Bundesländer ausweist. „Die Frauen brauchen eine neue Ordnung der Arbeit und das Verbot des Lohndumpings durch den gesetzlichen Mindestlohn. Die Arbeitgeber müssen ihre Minijob-Tricks endlich beenden und gute Arbeitsverträge mit fairen Tariflöhnen bieten. Frauenarbeit ist genau so viel wert wie Männerarbeit“, sagt Uwe Polkaehn, Vorsitzender des DGB Nord.

 

Weitere Informationen im Internet unter www.nord.dgb.de 


Der DGB Bezirk Nord umfasst die Bundesländer Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern. Die Gewerkschaften zählen in den drei Ländern zusammen rund 430.000 Mitglieder. Der DGB ist der Bund der Gewerkschaften. Gemeinsam vertreten der Bund und die Mitgliedsgewerkschaften die gesellschaftlichen, wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Interessen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer.


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Thomas Ritter 

 

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DGB Nord
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