Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 92/2018 - 17.12.2018
Betriebsräte diskutieren Effekte auf die Arbeitswelt durch Umbau der Energieversorgung

Herausforderung Energiewende gemeinsam gestalten

Schon in wenigen Jahren, bereits 2035, sollen Hamburg und Schleswig-Holstein zu 100 Prozent aus Erneuerbaren Energien mit Strom versorgt werden. Der Weg dorthin ist mit tiefgreifenden technischen und sozialen Veränderungen verbunden. Unter dem Titel NEW 4.0 - Norddeutsche EnergieWende hat sich eine Projektinitiative aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik gebildet, die eine nachhaltige Energieversorgung realisieren und zugleich die Zukunftsfähigkeit der Region stärken will. Seit Kurzem ist auch der DGB Nord Partner dieser Allianz.

Erstmals haben jetzt Betriebsräte aus betroffenen Unternehmen (Energieerzeugung, Anlagenhersteller, Netzbetreiber und energieintensive Großverbraucher) in einem Workshop zusammen mit dem Projektkoordinator des SINTEG-Projektes NEW 4.0 diskutiert, denn die technischen Innovationen werden auch Auswirkungen auf die Beschäftigten haben. Auf welche Herausforderungen und veränderten Prozesse müssen sich die Beschäftigten einstellen? Wird es zum Beispiel neue Schichtmodelle geben, müssen neue Aus- und Weiterbildungskonzepte erstellt werden?

In einer offenen Diskussion wurden Chancen und Risiken der Energiewende angesprochen. So stehen mögliche steigende Beschäftigungszahlen in einigen Bereichen durchaus auch Personalabbau in anderen Bereichen gegenüber. Dem könnte durch konkrete betriebliche und überbetriebliche Aus- und Weiterbildungskonzepte begegnet werden. Deutlich machten die Betriebsräte auch, dass entstehende neue Arbeitsplätze gute Arbeitsplätze sein müssten, fair entlohnt und durch die Beschäftigten mitbestimmt. Nur wenn die Energiewende von den Beschäftigten getragen und akzeptiert ist, wird sie auch erfolgreich sein und die notwendige Geschwindigkeit aufnehmen.

Uwe Polkaehn, Vorsitzender DGB Nord: "Eine nachhaltige Klimapolitik muss neben ökonomischen und ökologischen Zielen auch den sozialen Interessen der Beschäftigten und der Verbraucher gerecht werden. Hierfür stehen wir als Gewerkschaften. Dafür arbeiten wir gern an einer erfolgreichen Gestaltung der norddeutschen Energiewende, auch im Sinne der Beschäftigten. Ohne sie gelingt die Energiewende nicht."

Prof. Dr. Werner Beba, Projektkoordinator NEW 4.0: "Die Dringlichkeit des Klimaschutzes erfordert einen beschleunigten Umbau des Energiesystems. Dazu ist ein Zusammenwirken aller gesellschaftlichen Kräfte notwendig. Der DGB Nord ist für NEW 4.0 deshalb ein wichtiger Partner. Die Veränderungen im Arbeitsmarkt - vor allem im Hinblick auf den wachsenden Bedarf an qualifizierten Fachkräften - müssen aufgegriffen und in tragfähigen Konzepten umgesetzt werden."

 


Der DGB Bezirk Nord umfasst die Bundesländer Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern. Die Gewerkschaften zählen in den drei Ländern zusammen mehr als 400.000 Mitglieder. Der DGB ist der Bund der Gewerkschaften. Gemeinsam vertreten der Bund und die Mitgliedsgewerkschaften die gesellschaftlichen, wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Interessen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer.


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Thomas Ritter

 

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