Deutscher Gewerkschaftsbund

PM - 25.03.2011

Prekäre Beschäftigung statt Fachkräfte

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„Die Beschäftigung in Schleswig-Holstein erreicht neue Höchststände. Aber in Zukunft werden uns bis 2020 bereits 70.000 Fachkräfte fehlen und 2030 wird diese Zahl auf 250.000 ansteigen.“ So wird die Landtagsrede von MdL Johannes Callsen in der Presserklärung der CDU-Landtagsfraktion vom 25. März 2011 zitiert.

Die Wirklichkeit hinter der Propaganda sieht so aus: Von 1999 bis 2009 ist die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Vollzeitbeschäftigten in Schleswig-Holstein um 6,2 Prozent auf 637.779 zurück gegangen, während die Zahl der Teilzeitbeschäftigten im selben Zeitraum um 36 Prozent auf 176.029 gestiegen ist. Gleichzeitig erhöhte sich die Zahl der ausschließlich geringfügig Beschäftigten im Lande um rund 32 Prozent auf 176.675. „Wenn das der Beitrag der CDU zur Deckung des Fachkräftebedarfs sein soll, dann erwarte ich nichts Gutes“, kommentierte Uwe Polkaehn, Bezirksvorsitzender des DGB Nord, die Rede des CDU-Landtagsabgeordneten. „Die Ausweitung prekärer Beschäftigungsverhältnisse ist keine nachhaltige Lösung für mehr Fachkräfte.“

Wer Fachkräfte in Schleswig-Holstein haben möchte, müsse beispielsweise mehr ausbilden, mehr Weiterbildung anbieten. Fachkräfte orientierten sich an Guter Arbeit, attraktiven Löhnen – mit Niedriglohn werde kein Arbeitnehmer im Land gehalten und so ein Arbeitsmarkt sei nicht attraktiv für Fachkräfte aus anderen europäischen Ländern. So könne die CDU auch keinen der rund 150.000 nach Hamburg auspendelnden Schleswig-Holsteiner für Betriebe im Lande gewinnen. Der DGB Nord vermisse darüber hinaus ein umfassendes Konzept, wie die über 170.000 erwerbsfähigen Hilfebedürftigen nach dem SGB II für den 1. Arbeitsmarkt gewonnen werden sollen. Mehr Frauen für die Unternehmen zu gewinnen und die Beschäftigungsfähigkeit älterer Arbeitnehmer/innen zu fördern, scheine auch in politischen Klein-Projekten zu versanden statt einen entscheidenden Beitrag für mehr Beschäftigung zu leisten.

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Thomas Ritter

 

Kerstin Koch / copyright Peter Bisping

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