Deutscher Gewerkschaftsbund

PM - 11.08.2010

Das Jugendarbeitsschutzgesetz ist 50 Jahre - Hände weg!

Gerade im Jubiläumsjahr sieht sich das Jugendarbeitsschutzgesetz erneuten Angriffen ausgesetzt, kritisiert die Jugend des DGB Bezirk Nord. In dem neuesten Katalog des Deutschen Industrie- und Handelskammertages zum Abbau bürokratischer Hemmnisse werde beispielweise die Ausweitung von Beschäftigungszeiten von minderjährigen Jugendlichen angeregt. Aber auch im Koalitionsvertrag habe die schwarz-gelbe Bundesregierung schon Fakten geschaffen und unter dem Passus „Tourismus“ festgelegt, dass Ausbildungshemmnisse im Gastgewerbe durch ein flexibleres Jugendarbeitsschutzgesetz abgebaut werden sollen. Neben der bereits erfolgten Mehrwertsteuersenkung für das Gastgewerbe sollen hier nach Auffassung der Jugendabteilung des DGB Bezirk Nord anscheinend „weitere Geschenke auf Kosten der Gesundheit Minderjähriger verteilt werden“.

Das Jugendarbeitsschutzgesetz ist das wichtigste Gesetz zum Schutz der Gesundheit minderjähriger Arbeitnehmer und Auszubildender. „Die Gesundheit der Jugendlichen darf kein Spielball für wirtschaftliche Interessen sein“ unterstützte der Vorsitzende des DGB Nord, Uwe Polkaehn, die Gewerkschaftsjugend. „Es ist skandalös, wenn der Gesundheitsschutz von Jugendlichen als bürokratisches Hemmnis für den Arbeitsmarkt dargestellt wird . Es ist wirklichkeitsfremd zu meinen, dass nachts noch wichtige Ausbildungsinhalte vermittelt werden“.

Bereits in den letzten Studien der DGB Jugend zur Gesamtqualität in der Ausbildung wird diese von Auszubildenden als problematisch dargestellt. Harte Arbeit, permanent viele Überstunden, ein oftmals rauer Ton und das Gefühl, ausgenutzt zu werden, sind die Regel. Die in aller Regel noch jugendlichen Auszubildenden sind dem enormen Druck mit hoher Arbeitsintensität ausgeliefert.

Junge Menschen benötigen ausreichend Schutz in der Ausbildung und am Arbeitsplatz. Deshalb sieht es die Gewerkschaftsjugend als ihre Aufgabe an, zeitgleich mit dem runden Geburtstag des Jugendarbeitsschutzgesetzes auch für den Erhalt des Gesetzes in seiner derzeitigen Form zu kämpfen. Die Jugendorganisationen der DGB Gewerkschaften werden in den kommenden Monaten in Mecklenburg-Vorpommerns Betrieben und Berufsschulen über das Jugendarbeitsschutzgesetz und seine Bedeutung informieren.

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Thomas Ritter 

 

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