Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 72/2019 - 14.11.2019

Hände weg von den Arbeitszeiten!

DGB Nord zu Anträgen von Opposition und Jamaika-Koalition im Kieler Landtag

Uwe Polkaehn, Vorsitzender DGB Nord:

„Menschen sind keine Maschinen, die man einfach nur länger laufen lassen muss, um höhere Gewinne zu erwirtschaften. Wir fordern die Jamaika-Koalition eindringlich auf, den Schutz der Beschäftigten bei den Arbeitszeiten nicht in Frage zu stellen.“

Das bestehende Gesetz erlaube schon jetzt ausreichend flexible Arbeitszeiten, so Polkaehn. „Saison- und auftragsbedingt sind Arbeitszeiten von bis zu 10 Stunden täglich und 60 Stunden pro Woche möglich. Eine weitere Flexibilisierung ist daher absolut überflüssig.“

Arbeitsmediziner bestätigen, dass längere Arbeitszeiten das Unfallrisiko erhöhen und die Menschen krank machen. Die Zahl der Arbeitsunfälle steigt ab der 8. Arbeitsstunde rapide an. In den vergangenen Jahren haben Stress und Arbeitsdruck kontinuierlich zugenommen. Daraus folgen ein höheres Risiko für Burnout, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Schlaganfälle. „Eine Erhöhung und weitere Flexibilisierung der Arbeitszeiten ist volkswirtschaftlich kontraproduktiv", so Polkaehn.

Auch einer Kürzung der Ruhezeiten von derzeit 11 Stunden zwischen den Schichten erteilte Polkaehn eine klare Absage. Diese Forderung werde oft von der Tourismusbranche erhoben, um den dramatischen Fachkräftemangel abzumildern. „Arbeitgeber blenden mit diesen Forderungen die Lebenswirklichkeit vieler Beschäftigter aus. Es gibt da nur eine Antwort. Gegen die Fachkräftekrise helfen nur Tarifverträge, Arbeitsschutz und vernünftige Löhne“, so Polkaehn.


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