Deutscher Gewerkschaftsbund

PM - 04.06.2009

Bündnis für Ausbildung in Schleswig-Holstein 2009: Ausbildungsplätze schaffen Fachkräftenachwuchs sichern


Die Akteure des Ausbildungsmarktes bündeln wieder ihre Kräfte, um den Jugendlichen in Schleswig-Holstein eine gute Zukunftsperspektive zu verschaffen. Das „Bündnis für Ausbildung 2009“ wurde heute bei der Kieler Tischlerei Zwintzscher unterzeichnet. Mit am Tisch waren die Landesregierung Schleswig-Holstein, Wirtschaftsverbände, Kammern, Gewerkschaften und Arbeitsverwaltung. Wirtschaftsminister Dr. Jörn Biel sagte: „Wir wollen gemeinsam dafür sorgen, dass wieder allen ausbildungswilligen und ausbildungsfähigen Jugendlichen ein Ausbildungs- oder Qualifizierungsangebot unterbreitet wird. In Anbetracht des demografischen Wandels geht es für Betriebe aber verstärkt auch darum, durch Ausbildung den eigenen Fachkräftenachwuchs zu sichern.“



Biel sagte weiter: „Die Betriebe sollten bedenken, dass künftig rückläufige Schülerzahlen einen Mangel an gut ausgebildeten und motivierten Nachwuchskräften nach sich ziehen werden. Wer jetzt ausbildet, hat künftig gut qualifizierte Fachkräfte und erhöht damit seine Wettbewerbsfähigkeit.“ An die Schülerinnen und Schüler adressierte Biel die Botschaft: „Suchen Sie sich rechtzeitig mehrere Berufe aus, für die Sie sich interessieren. Berücksichtigen Sie dabei auch das breite Spektrum links und rechts neben dem Traumberuf.“



Jürgen Goecke, Chef der Regionaldirektion Nord der Bundesagentur für Arbeit, unterstrich: „Die kurzfristigen Handlungszwänge der aktuellen Finanz- und Wirtschaftskrise dürfen uns über einen Sachverhalt nicht hinwegtäuschen: Nach dem Aufschwung ist vor dem Fachkräftemangel. Wir müssen uns gerade jetzt in Schleswig-Holstein durch verstärkte Ausbildung auf den nächsten Aufschwung vorbereiten.“ Dazu gehöre es auch, die Berufswahl der Jugendlichen systematisch zu unterstützen. „Wir brauchen hoch motivierte Jugendliche, die wissen, was sie werden wollen. Bei annähernd 380 Ausbildungsberufen kann ich ihnen“ - so Goecke an die Jugendlichen appellierend - „nur empfehlen: Besuchen und nutzen Sie die Berufsberatung und die Berufsinformationszentren (BIZ) in ihrer regionalen Agentur für Arbeit.“



„Aktuelles Krisenmanagement ist gefragt, um trotz der wirtschaftlichen Schieflage vieler Betriebe und einer hohen Zahl von kurzarbeitenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern eine ausreichende Zahl von Ausbildungsplätzen für die diesjährigen Schulabgängerinnen und Schulabgänger bereit zu stellen“, betonte Horst Kruse, Präsident der Handwerkskammer Schleswig-Holstein. „Mittelfristig wird die demographische Entwicklung jedoch ganz neue Herausforderungen an das Bündnis für Ausbildung stellen. Ich sehe jedoch für aktuelle und zukünftige Herausforderungen die richtigen Ansätze und Maßnahmen im diesjährigen Bündnis für Ausbildung“.



Peter Deutschland, Vorsitzender des Deutschen Gewerkschaftsbundes Bezirk Nord: „Die Wirtschafts- und Finanzkrise dürfen wir in diesem Bündnis nicht ausblenden, weil sie natürlich Auswirkungen auf die Bereitschaft und die Fähigkeit der Unternehmen hat auszubilden. Deshalb muss von dem Bündnis die klare Botschaft ausgehen, dass wir alles tun werden, damit sich die Ausbildungsplatzsituation in Schleswig-Holstein nicht verschlechtert. Darin sehe ich neben den konkreten Maßnahmen die wesentliche Aufgabe des Bündnisses für Ausbildung 2009.“



Um jeder Bewerberin und jedem Bewerber auch in diesem Jahr einen Ausbildungsplatz anbieten zu können, sollen bewährte Maßnahmen fortgesetzt werden wie etwa die Ausbildungsplatzakquisition, die Akquirierung von Teilzeitausbildungsplätzen für junge Mütter sowie die Ausbildung und Integration für Migranten (AIM) gemeinsam mit der Türkischen Gemeinde Schleswig-Holstein. Darüber hinaus werden Maßnahmen in das Bündnis für Ausbildung 2009 aufgenommen, die die Ausbildungsreife und Beschäftigungsfähigkeit von jungen Menschen durch vertiefte Berufsorientierung noch in der allgemein bildenden Schule verbessern sollen. Beispielhaft für diesen präventiven Ansatz ist das gemeinsam von Wirtschaftsministerium und der IHK Schleswig-Holstein sowie derHandwerkskammer Schleswig-Holstein initiierte Projekt „Regionale Fachberatung Schule und Betrieb“, mit dem nachhaltige Kooperationen zwischen Schulen und Betrieben aufgebaut und begleitet werden sollen. In dem vom Arbeits- und Bildungsministerium gemeinsam entwickelten Handlungskonzept Schule & Arbeitswelt wirken landesweit Bildungsträger, Schulen sowie regionale Arbeitsmarktakteure zur Verbesserung der Ausbildungsreife von Schulabgängern in großem Umfang zusammen. Dieses präventive Vorhaben wird mit Unterstützung der Bundesagentur für Arbeit im Rahmen des Zukunftsprogramms Arbeit in allen Kreisen und kreisfreien Städten umgesetzt.



Im Mai 2009 stellt sich der Ausbildungsmarkt in Schleswig-Holstein wie folgt dar: Die Bewerberzahlen sind um 14,9 % gegenüber dem Vorjahr zurückgegangen. Bei den gemeldeten Stellen ist im Vergleich zum Vorjahresniveau ebenfalls ein Rückgang von 8,5 % zu verzeichnen. Allerdings liegt derzeit die Zahl der gemeldeten Bewerber mit 11.752 leicht unter der der gemeldeten Stellen mit 12.143. Aussagefähig sind diese Zahlen noch nicht, da bislang erst ein Drittel der erwarteten Verträge erfasst ist, die Vermittlungsphase läuft noch bis zum 30. September 2009. Im Jahr 2008 waren zum Stichtag 30. September 21.934 neue Berufsausbildungsverträge abgeschlossen. Das waren 0,3 Prozent mehr als im Jahr davor.

(Quelle: Ministerium für Wissenschaft, Wirtschaft und Verkehr des Landes Schleswig-Holstein)

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