Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 95/2018 - 28.12.2018
Gesetzgeber muss Tarifbindung stärken

Mindestlohn sorgt für mehr Lohn und Beschäftigung

Neue DGB-Analyse vier Jahre nach Einführung des gesetzlichen Mindestlohns

Der gesetzliche Mindestlohn steigt zum 1. Januar 2019 auf 9,19 Euro. Seit seiner Einführung im Jahr 2015 (damals 8,50 Euro) haben viele Menschen im Norden mehr Geld in der Tasche, wie eine neue DGB-Auswertung zeigt.
Uwe Polkaehn, Vorsitzender DGB Nord: "Der Mindestlohn ist ein voller Erfolg. Entgegen den Unkenrufen von Arbeitgebern und Wirtschaftsforschern ist die Beschäftigung nicht gesunken. Im Gegenteil; die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung ist heute auf einem Höchststand. Der Mindestlohn hat den privaten Konsum angekurbelt und so zum aktuellen Aufschwung beigetragen."

Aktuelle Zahlen des Statistischen Bundesamtes und der Bundesagentur für Arbeit belegen die positiven Effekte des Mindestlohns. Sowohl die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung als auch die Löhne haben sich im DGB Bezirk Nord seit Anfang 2015 positiv entwickelt.
Bis Ende September 2018 lag das Plus der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung in Schleswig-Holstein bei 11,6 Prozent, in Mecklenburg-Vorpommern bei 7,9. Besonders hoch war der Anstieg sozialversicherungspflichtiger Teilzeit- und Vollzeit-Beschäftigung (ohne Minijobber) im Gastgewerbe mit 35,8 Prozent in Schleswig-Holstein und 26,7 Prozent in Mecklenburg-Vorpommern. In Schleswig-Holstein haben ordentlich zugelegt der Bereich Land-, Forstwirtschaft und Fischerei mit 20,3, und das Baugewerbe mit 14,3 Prozent. In Mecklenburg-Vorpommer ging es ordentlich nach oben im Bereich Pflege mit 17,2, und ebenfalls dem Baugewerbe mit 9,0 Prozent.

Für Un- und Angelernte bedeutet der Mindestlohn mehr Geld in der Tasche, in Schleswig-Holstein seit dessen Einführung 5,5 Prozent. Das bedeutet einen jährlichen Anstieg von 1,6 Prozent.
Für Un- und Angelernte in Mecklenburg-Vorpommern gab's seit Einführung des Mindestlohns ein Lohnplus von 15,3 Prozent. Das bedeutet einen jährlichen Anstieg von 4,1 Prozent.

"Aber auch der neuen Mindestlohn ist nur die untere Haltelinien. Gut leben kann davon niemand. Tarifverträge sind daher das wichtigste Instrument zur Regelung von Lohn- und Arbeitsbedingungen - die Tarifflucht der Arbeitgeber muss endlich gestoppt werden. Dazu können auch Regierungen und Parlamente einen Beitrag leisten, etwa durch Allgemeinverbindlichkeitserklärungen, in der Wirtschaftsförderung und durch tariftreue Vergaben", so Uwe Polkaehn.


Nach oben
Suchbegriff eingeben
Datum eingrenzen
seit bis

Kontakt: Pressestelle

DGB Bezirk Nord
Besenbinderhof 60
20097 Hamburg

Tel. 040-60 77 66 1 - 22
Tel. 040-60 77 66 1 - 23
Fax. 040-60 77 66 1 - 41

Thomas Ritter

 

Sekretariat: N.N.