Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 10 - 31.01.2012

Nichts Neues auf dem Arbeitsmarkt?

Schleswig-Holstein

Im Januar gibt es in Schleswig-Holstein 11.100 Arbeitslose mehr als im Dezember. „Das ist kein Grund zur Beunruhigung“, weiß jedoch die Regionaldirektion Nord der Bundesagentur für Arbeit. Denn: Niedrigster Stand der Arbeitslosigkeit in einem Januar seit 1993, sozialversicherungspflichtige Beschäftigung steigt um 21.100 zusätzliche Beschäftigungsverhältnisse an, Zuwachs bei den gemeldeten Stellen um fast 20 % im Vergleich zum Vorjahresmonat.

Aber auch das ist der Arbeitsmarkt in Schleswig-Holstein: Während die Gesamtarbeitslosigkeit sinkt, steigt die Zahl der älteren Arbeitslosen (55 bis unter 65 Jahre) und die Zahl der Langzeitarbeitslosen weiter an. Während 21.100 neue Arbeitsplätze entstanden, verringerte sich die Arbeitslosenzahl nur um 7.300. Der Rückgang der Arbeitslosigkeit betrifft den SGB III-Bereich, während der Hartz IV-Sektor wenig profitierte. Der Anstieg in der schlechter bezahlten Leiharbeit war fünf Mal so hoch wie der Anstieg der Beschäftigung insgesamt.

Uwe Polkaehn, Bezirksvorsitzender des DGB Bezirk Nord, forderte „mehr Transparenz in der Kommentierung der Arbeitsmarktzahlen“. Die Wirklichkeit werde „besser und realistischer abgebildet, wenn nicht ausschließlich nur die positiven Aspekte hochgejubelt werden, sondern auch die Problembereiche, in denen arbeitsmarktpolitischer Handbedarf besteht, ernsthaft beleuchtet werden. Schönrederei hilft keinem Arbeitslosen.“

Der DGB Nord spricht sich dafür aus, die monatlichen Beschäftigungszahlen nach Vollzeit- und Teilzeitarbeit aufzuschlüsseln und den Niedriglohnsektor, der in Schleswig-Holstein angewachsen ist, darzustellen. Auch der Rückgang an Qualifizierungsmaßnahmen um fast ein Drittel innerhalb eines Jahres sei kein Beitrag, um die Beschäftigungsfähigkeit der Arbeitslosen und damit ihre nachhaltige Integration in den ersten Arbeitsmarkt zu verbessern.

 


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