Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 15/2020 - 19.02.2020

Studie: Mindestlohn lässt Betriebe wachsen und sorgt für mehr Produktivität

DGB-Chef Polkaehn: 12 Euro müssen drin sein

Millionen Beschäftigte profitieren vom Mindestlohn. Ganz besonders bei uns im Norden, wo immer noch viel zu viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer für Niedriglöhne arbeiten müssen. Das hat eine neue Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) jetzt wieder bestätigt. Demnach sind bei Einführung des Mindestlohns ein Teil der betroffenen Beschäftigten in produktivere Betriebe gewechselt. Zusätzlich sind in den von Niedriglohn betroffenen Regionen die Betriebe gewachsen, womit sich der Unternehmensmix insgesamt verbessert hat.

„Der Mindestlohn ist gut für die Menschen und die Region“ sagte Uwe Polkaehn, Vorsitzender DGB Nord. „Durch den Mindestlohn werden die regionalen Wirtschaftskreisläufe in strukturschwachen Regionen gestärkt. Wenn die Menschen mehr Geld in der Tasche haben, kommt das auch dem örtlichen Bäcker, Friseur oder Restaurant zugute.“

Erst kürzlich hatte das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) die positive Wirkung des Mindestlohns mit neuen Zahlen untermauert. So ist seit dessen Einführung der Niedriglohnsektor endlich etwas kleiner geworden: von 23,7 Prozent im Jahr 2015 auf 21,7 Prozent im Jahr 2018, ein Rückgang um 2 Prozentpunkte. „Kein Grund zum Jubeln, aber wenigstens gab es mit dem Mindestlohn eine geringfügige Trendumkehr“ sagte Polkaehn. „Allerdings werden noch immer zu viele Anspruchsberechtigte um ihren gesetzlich festgelegten Lohn betrogen. Deshalb brauchen wir schnellstmöglich mehr Kontrollen.“ Laut DIW wird bis zu 10 Prozent der Anspruchsberechtigten der Mindestlohn vorenthalten.

„Wir wollen einen armutsfesten Mindestlohn, der bei 60 Prozent des Medianeinkommens der Vollzeitbeschäftigten liegt", so Polkaehn weiter. „Das wären nach jetzigem Stand knapp über 12 Euro. Der Einstieg in den Mindestlohn vor fünf Jahren mit 8,50 Euro war sehr niedrig. Wir brauchen jetzt einen außerordentlichen Sprung, sonst wird die Lücke zwischen der allgemeinen Lohnentwicklung und dem Mindestlohn immer größer.“


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Thomas Ritter 

 

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