Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 092 - 22.08.2017

Immer mehr Touristen, aber zu wenig Gute Arbeit

Die Zahl der Gäste und Übernachtungen in Schleswig-Holstein ist erneut stark angestiegen. Das Gästeaufkommen wuchs gegenüber dem Juni des Vorjahres um 13,4 Prozent. Von Januar bis Juni kamen 5,8 Prozent mehr Gäste an, so das Statistikamt Nord. „Dieser Erfolg wird auf dem Rücken der Beschäftigten erzeugt. Das Gastgewerbe ist die Billiglohnbranche Nummer 1. Löh­ne un­ten, Ar­beits­druck hoch – so sieht kein gu­ter Tou­ris­mus aus. Es ist höchste Zeit, dass Landesregierung und Kammern die Probleme in dieser Branche zum Topthema machen. Schleswig-Holstein hat als Urlaubsland nur dann ei­ne gu­te Zu­kunft, wenn auch die Be­din­gun­gen für die Ar­beit­neh­merinnen und Arbeitnehmer gesund sind. Gute Arbeit im Tourismus – das muss das Markenzeichen des Nordens werden", sagte Uwe Polkaehn, Vorsitzender des DGB Nord.

Dringend nötig sei etwa die Einhaltung der gesetzlichen Mindestvorschriften, insbesondere zu den Arbeitszeiten, beim Ausgleich der Mehrarbeit und den Ausbildungsinhalten, sagte der DGB-Vorsitzende: „Vor allem in Hotels und Gaststätten werden immer noch Beschäftigte und Auszubildende ausgebeutet, viele erhalten keinen Ausgleich für ihre Überstunden. Der Takt der amtlichen Kontrollen muss dichter werden.“

Zwei von drei Arbeitnehmern in Tourismus-, Hotel- und Gaststättenberufen arbeiten mehr als 45 Stunden in der Woche; vielfach werden Überstunden nicht entlohnt oder ausgeglichen. 70,7 Prozent der Azubis hatte im Ausbildungsreport 2017 des DGB Nord angegeben, ausbildungsfremde Tätigkeiten ableisten zu müssen.  56,6 Prozent der Auszubildenden arbeiteten demnach länger als 40 Stunden. Nur 30,9 Prozent der Befragten rechneten damit, nach der Ausbildung übernommen zu werden.



Der DGB Bezirk Nord umfasst die Bundesländer Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern. Die Gewerkschaften zählen in den drei Ländern zusammen rund 420.000 Mitglieder. Der DGB ist der Bund der Gewerkschaften. Gemeinsam vertreten der Bund und die Mitgliedsgewerkschaften die gesellschaftlichen, wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Interessen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer.


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Thomas Ritter

 

Kerstin Koch / copyright Peter Bisping

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