Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 74 - 13.10.2020

DGB Nord gegen zusätzliche anlassbezogene Sonntagsöffnungen im Handel

Uwe Polkaehn: „Vorschlag des Wirtschaftsministers ist ein faules Ei!“


Uwe Polkaehn, Vorsitzender DGB Nord, hat den Vorschlag von Wirtschaftsminister Buchholz kritisiert, mehr Anlässe für Geschäftsöffnungen an Sonntagen zu schaffen.

„Der Vorschlag des Wirtschaftsministers vom Wochenende ist ein faules Ei und das in dreifacher Hinsicht. Erstens wird mit zusätzlichen Sonntagsöffnungen das eigentliche Ziel, die Menschen vor Infektionen zu schützen, konterkariert. Besucherströme werden durch Sonntagsöffnungen nicht entzerrt, sondern auf das Wochenende fokussiert und damit steigt das Infektionsrisiko. Arbeitsschutz und Gesundheit der Beschäftigten müssen oberste Priorität haben.

Zweitens ist es ein faules Ei zu glauben, mit zusätzlichen oder längeren Öffnungszeiten würde mehr Kaufkraft generiert. Bislang ist ein sehr zurückhaltendes Kaufverhalten der Kunden zu beobachten, das u. a. in den durch Kurzarbeit verursachten Einkommensverlusten vieler Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer und ihrer großen durch Corona bedingten Verunsicherung begründet ist. Sonntagsöffnungen führen nicht zu mehr Umsätzen, die Umsätze werden nur von den Wochentagen auf das Wochenende verschoben.

Drittens ist der Vorschlag ein faules Ei, weil die Beschäftigten im Einzelhandel wieder zusätzlich belastet werden. Extreme Belastungen der Vergangenheit zehrten an den Kräften und das sollte sich nicht wiederholen. Das derzeitige Ladenöffnungsgesetz bietet bereits ausreichend Raum, damit alle Kundinnen und Kunden ihre Einkäufe tätigen können.“


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Thomas Ritter 

 

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