Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 25 - 31.03.2015

Arbeitsmarkt SH: Mindestlohn stärkt die Beschäftigung

Zum weiteren Rückgang der Arbeitslosigkeit in Schleswig-Holstein erklärt Uwe Polkaehn, Vorsitzender des Deutschen Gewerkschaftsbundes Nord (DGB Nord):

„Die Anzahl der Arbeitslosen ist im Norden um 4,9  Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat gesunken. Der Arbeitsmarkt entwickelt sich nach Einführung des Mindestlohns positiv. Besonders stark sank die Zahl der Arbeitslosen im Bereich „Kaufmännische Dienstleistungen, Handel, Vertrieb, Tourismus“  - um 7,7 Prozent. Da dies Branchen sind, die besonders vom Mindestlohn profitieren, sollten die Arbeitgeber nun ihre Polemik gegen die Lohnuntergrenze beenden: Die Zahlen der Arbeitsagentur belegen, dass der Mindestlohn nicht die von Lobbyverbänden herbeigeredeten negativen Beschäftigungswirkungen hat. Im Gegenteil: Wir erwarten, dass immer mehr sozialversicherungspflichtige Beschäftigung entsteht.“

Rückgang Arbeitslose im Vergleich zum Vorjahresmonat nach Branchen

 

Land-, Forst-, Tierwirtschaft, Gartenbau

-2,2%

Rohstoffgewinnung, Produktion, Fertigung

-4,8%

Bau, Architektur, Vermessung, Gebäudetechnik

-2,6%

Naturwissenschaft, Geografie, Informatik

-4,6%

Verkehr, Logistik, Schutz und Sicherheit

-2,8%

Kaufm. Dienstl., Handel, Vertrieb, Tourismus

-7,7%

Unternehmensorga, Buchhaltung, Recht, Verwaltung

-6,5%

Gesundheit, Soziales, Lehre u. Erziehung

-8,7%

Geisteswissenschaften, Kultur, Gestaltung

-2,9%

keine Angabe bzw. Zuordnung möglich

-1,3%

Besorgt zeigt sich der DGB Nord über die Probleme beim Abbau der Langzeitarbeitslosigkeit: Sie sinkt deutlich geringer, nur um 3,1 Prozent.  Im Vergleich zum Stand vor fünf Jahren stieg die Zahl der Betroffenen sogar von 35.614 auf 36.367 Langzeitarbeitslose.

Polkaehn fordert erneut ein deutlich höheres Engagement von Land, Arbeitsagenturen und Jobcentern, er nimmt aber auch die Arbeitgeber in die Pflicht: „Mit großen Worten und Kampagnen haben die Arbeitgeber Ausnahmen für Langzeitarbeitslose vom Mindestlohn durchgesetzt. Real tun sie aber viel zu wenig, um endlich Menschen eine Chance zu geben, die bereits länger vergeblich Arbeit suchen.“

 


Der DGB Bezirk Nord umfasst die Bundesländer Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern. Die Gewerkschaften zählen in den drei Ländern zusammen rund 430.000 Mitglieder. Der DGB ist der Bund der Gewerkschaften. Gemeinsam vertreten der Bund und die Mitgliedsgewerkschaften die gesellschaftlichen, wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Interessen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer.


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Thomas Ritter 

 

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DGB Nord
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