Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 033 - 22.03.2012
Mehr als ein kleiner Unterschied

Equal pay day am 23. März: Frauenarbeit immer noch weniger wert

Der 23. März ist nicht zufällig als „Equal Pay Day“ gewählt. Bis zu diesem Tag müssen Frauen über das Jahr 2011 hinaus arbeiten, um die Summe zu verdienen, die die Männer schon am Jahresende erhalten haben. Um 23 Prozent liegt in Deutschland der durchschnittliche Stundenlohn unter dem von Männern. Damit bildet Deutschland eines der Schlusslichter im europäischen Vergleich.

Anlässlich dieses Aktionstages wird in Mecklenburg-Vorpommern ein Bündnis aus DGB Nord, Landesfrauenrat M-V e. V., den kommunalen Gleichstellungsbeauftragten und weiteren Frauenorganisationen eine eigens für diesen Tag gestaltete Zeitung vor den größeren Bahnhöfen an Reisende verteilen. In Schwerin wird die Gleichstellungsministerin Manuela Schwesig an der Aktion teilnehmen und die Zeitung verteilen, um mit Reisenden ins Gespräch zu kommen.

In Kiel unterstützt der DGB Nord die Überreichung der roten Laterne der verdi-Frauen vor dem Landeshaus (um 14:30 Uhr).

Mit dem Aktionstag soll die Öffentlichkeit sensibilisiert werden und über Ursachen der Entgeltunterschiede aufklärt werden. „Wenn wir zum wiederholten Mal den Aktionstag unterstützen liegen die Gründe dafür in der Ungleichbehandlung der Frauen auf dem Arbeitsmarkt. Eine schlechte Bezahlung hat Auswirkungen auf die Partizipation am wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Leben, auf die finanzielle Unabhängigkeit und die spätere Altersabsicherung.“, so Lisanne Straka, zuständig für Gleichstellungsfragen beim DGB Nord.

Die Entgeltunterschiede von Frauen und Männern sind auf eine Vielzahl von Ursachen zurückzuführen. So arbeiten Frauen häufig in Branchen, mit niedrigem Entgeltniveau, sind seltener in den Chefetagen zu finden, arbeiten überwiegend in Teilzeit und tragen aufgrund der geschlechtsspezifischen Rollenbilder die Hauptlast der Familien- und Hausarbeit. Hinzu kommen weitere Faktoren wie oftmals geringere Berufsjahre von Frauen aufgrund familienbedingter Erwerbsunterbrechung und Diskriminierung.

Straka fordert vor dem Hintergrund der Überpräsentation von Frauen im Niedriglohnsektor einen gesetzlichen Mindestlohn von mindestens 8,50 Euro.  „Es kann nicht angehen, dass die bestausgebildete Frauengeneration als billige Arbeitskraft missbraucht wird.“, betont Straka. Gleiche Aufstiegschancen und gleiche Bezahlung müssen verbindlich geregelt werden.

Equal pay day:

1988 wurde der Tag für gleiche Bezahlung „Red Purse Campaign“ (Aktion rote Handtasche) in den USA initiiert. 2008 fand er das erste Mal in Deutschland statt. In diesem Jahr sind mehr als 300 Aktionen geplant.

 


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Thomas Ritter 

 

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