Deutscher Gewerkschaftsbund

PM - 30.01.2008

Dassow: DGB Nord begrüßt Engagement der Landesregierung, bemängelt aber kurzsichtige Industrieansiedlungspolitik in der Vergangenheit

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Der DGB Nord begrüßt die Bereitschaft der Schweriner Landesregierung, die Bildung einer Transfergesellschaft für das CD-Werk im mecklenburgischen Dassow finanziell zu unterstützen. Er habe allerdings Zweifel, so der DGB Nord-Vorsitzende Peter Deutschland, ob die jetzt eingeleiteten Maßnahmen noch rechtzeitig kämen und den Beschäftigten tatsächlich helfen würden.



Zweifellos seien durch das Werk etliche Hundert Menschen in Lohn und Brot gebracht worden. Eine wirklich nachhaltige und für die Region wertvolle Beschäftigung sei damit allerdings - wie schon in anderen Fällen - nicht geschaffen worden. Die Landesregierung habe auch nicht darauf geachtet, dass die Beschäftigten dort einen fairen Lohn erhielten, sondern Lohndumping billigend in Kauf genommen und damit andere Unternehmen der Branche, die keine Subventionen erhielten, in Existenznot gebracht. Die Vorgänge in Dassow zeigten, wie notwendig das vom DGB Nord schon lange geforderte und jetzt endlich für EU-Mittel eingeführte Subventionsregister sei. Das müsse auf alle anderen Fördermaßnahmen ausgeweitet werden.



Erschwerend komme in der aktuellen Situation hinzu, dass die für die CD-Produktion zuständige DGB-Gewerkschaft in dieser Fabrik auf der grünen Wiese niemals Fuß fassen konnte. Deutschland: "Wenn die Beschäftigten der Meinung sind, eine gewerkschaftliche Mitgliedschaft in solch einer hochriskanten Branche sei nicht notwendig und wenn, wie offenbar geschehen, der Betriebsrat die Gewerkschaften bewusst draußen hält, dann muss sich niemand wundern, wenn es zu solch einer Entwicklung kommt."



Zwar hätten die Gewerkschaften die heutige Situation möglicherweise nicht verhindern, aber auf jeden Fall mit ihrer Erfahrung und einer ausreichend hohen Unterstützung durch Mitglieder den Abbau von Arbeitsplätzen für das Unternehmen so teuer wie möglich im Interesse der Beschäftigten machen können. Das zeige das Beispiel Nokia, wo die Gewerkschaften in der Zwischenzeit ihre Aktionen auch auf europäischer Ebene koordinierten.

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Thomas Ritter

 

Kerstin Koch / copyright Peter Bisping

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