Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 37 - 30.04.2020

Kurzarbeit wirkt – Beschäftigung weiter sichern

DGB zu den Arbeitsmarktfolgen durch Coronakrise in Schleswig-Holstein

Im Vorjahresvergleich sind in Schleswig-Holstein die Arbeitslosenzahlen um 17 Prozent gestiegen. 25.300 Betriebe mit 287.000 Beschäftigten zeigten Kurzarbeit an. Deutlich wird damit, dass zwar die Kurzarbeit genutzt wird, aber zu viele Arbeitgeber ihre Beschäftigten schlicht vor die Tür gesetzt haben. Überdurchschnittlich stiegen die Arbeitslosenzahlen im Kulturbereich (+24 Prozent zum Vorjahr), im Handels- und Tourismusbereich (+ 20 Prozent) und im Produktionsbereich (+21 Prozent).

Nie zuvor gab es so viel Kurzarbeit in der Arbeitsmarktgeschichte der Bundesrepublik.

Dazu Uwe Polkaehn, Vorsitzender DGB NORD: „Die hohe Zahl der Kurzarbeit schockiert. Sie macht aber auch deutlich, dass sich das Netz der Kurzarbeit einmal mehr bewährt. Überall da, wo Kurzarbeit angemeldet wird, soll Beschäftigung gehalten werden. So gelingt es zu verhindern, dass die Arbeitslosenzahlen durch die Decke schießen. Der ‚Damm‘ Kurzarbeit hält. Wir müssen alles dafür tun, dass er nicht bricht.“

Und weiter: „Es war dringend nötig, diesen Schutzschirm zu spannen, wenngleich wir bei der Aufstockung des Kurzarbeitergeldes deutlich mehr Unterstützung erwarten. Viele Arbeitnehmer machen sich existenzielle Sorgen. Für diejenigen, die bereits seit Wochen Einkommensausfälle von bis zu 40 Prozent schultern, fordern wir die sofortige Aufstockung auf mindestens 80 Prozent des Nettolohns, und nicht erst ab dem siebenten Monat. Gerade bei niedrigen Löhnen und dann, wenn eine tarifliche Aufstockung fehlt, reicht das Geld oft kaum. Die Menschen im tourismusgeprägten Schleswig-Holstein brauchen dringend eine solche Aufstockung. Hier werden die niedrigsten Löhne in Westdeutschland gezahlt.

Deshalb fordert Polkaehn einen "Sonderfonds Kurzarbeitergeld Plus" für Schleswig-Holstein. Es sei ungerecht, wenn Arbeitnehmer in der Corona-Krise zu Hartz-IV-Empfängern würden. Die jüngst von der Bundesregierung beschlossene gestaffelte Aufstockung des Kurzarbeitergeldes nach vier und nach sieben Monaten sei gerade für die Betroffenen in Schleswig-Holstein völlig unzureichend, kritisiert Polkaehn. "Wenn Hunderte Millionen an Unternehmen fließen, sollte sich die Landesregierung hier nicht verschließen", fordert Polkaehn.

 

DGB zu den Arbeitsmarktfolgen durch Coronakrise in Mecklenburg-Vorpommern

Im Vorjahresvergleich sind die Arbeitslosenzahlen in Mecklenburg-Vorpommern um 11 Prozent gestiegen. 16.900 Betriebe mit 154.600 Beschäftigten zeigten Kurzarbeit an. Deutlich wird damit auch, dass zwar die Kurzarbeit genutzt wird, aber zu viele Arbeitgeber ihre Beschäftigten schlicht vor die Tür gesetzt haben. Überdurchschnittlich stiegen die Arbeitslosenzahlen im Kulturbereich (+26 Prozent zum Vorjahr), im Handels- und Tourismusbereich (+ 17 Prozent) und im Produktionsbereich (+14 Prozent).

Nie zuvor gab es so viel Kurzarbeit in der Arbeitsmarktgeschichte der Bundesrepublik.

Dazu Uwe Polkaehn, Vorsitzender DGB NORD: „Die hohe Zahl der Kurzarbeit schockiert. Sie macht aber auch deutlich, dass sich das Netz der Kurzarbeit einmal mehr bewährt. Überall da, wo Kurzarbeit angemeldet wird, soll Beschäftigung gehalten werden. So gelingt es zu verhindern, dass die Arbeitslosenzahlen durch die Decke schießen. Der ‚Damm‘ Kurzarbeit hält. Wir müssen alles dafür tun, dass er nicht bricht.“

Und weiter: „Es war dringend nötig, diesen Schutzschirm zu spannen, wenngleich wir bei der Aufstockung des Kurzarbeitergeldes deutlich mehr Unterstützung erwarten. Viele Arbeitnehmer machen sich existenzielle Sorgen. Für diejenigen, die bereits seit Wochen Einkommensausfälle von bis zu 40 Prozent schultern, fordern wir die sofortige Aufstockung auf mindestens 80 Prozent des Nettolohns, und nicht erst ab dem siebenten Monat. Gerade bei niedrigen Löhnen und dann, wenn eine tarifliche Aufstockung fehlt, reicht das Geld oft kaum. Die Menschen im tourismusgeprägten Mecklenburg-Vorpommern brauchen dringend eine solche Aufstockung. Hier werden die niedrigsten Löhne in Ostdeutschland gezahlt.“

Deshalb fordert Polkaehn einen "Sonderfonds Kurzarbeitergeld Plus" für Mecklenburg-Vorpommern. Es sei ungerecht, wenn Arbeitnehmer in der Corona-Krise zu Hartz-IV-Empfängern würden. Die jüngst von der Bundesregierung beschlossene gestaffelte Aufstockung des Kurzarbeitergeldes nach vier und nach sieben Monaten sei gerade für die Betroffenen in Mecklenburg-Vorpommer völlig unzureichend, kritisiert Polkaehn. Der Sonderfonds würde weniger als 10 Prozent der Kosten für den Rettungsschirm der Unternehmen betragen. "Dem sollte sich die Landesregierung hier nicht verschließen", so Polkaehn weiter.


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