Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 19-2021 - 02.03.2021

Gewerkschaften kritisieren Lockerungsfantasien der Arbeitgeber

Die Gewerkschaften in Mecklenburg-Vorpommern haben die gestrigen Lockerungsforderungen der Arbeitgeber und Kammern scharf kritisiert.

„Auch die Beschäftigten wollen so schnell wie möglich aus Kurzarbeitergeld und Arbeitslosengeld raus“, so Ingo Schlüter, stellvertretender Vorsitzender DGB Nord.  „Wer in den vom Shutdown betroffenen Branchen schon vor der Pandemie oft bei Vollzeit nur 1200 bis 1300 € Netto hatte, muss jetzt mit gut 800 Euro auskommen. Aber mit ihren Maximalforderungen nach sofortigen Öffnungen fahren die beteiligten Arbeitgeberverbände den Laden vor die Wand“, so Schlüter. „Planloses, sofortiges Öffnen ohne Rücksicht auf den Gesundheitsschutz der Bevölkerung und Beschäftigten, schleppende Impfstofflieferungen und fehlende Testkapazitäten wäre unverantwortlich. Gerade die negativen Erfahrungen anderer EU Länder und die Inzidenz-Entwicklung in Polen und der Tschechien sollten uns zu denken geben.“ 

Schlüter bezeichnete die Forderungen der Arbeitgeber als verantwortungslos. „Damit schießen sie sich bestenfalls ein Eigentor, aber nicht nur sich selbst. Niemand sollte daran zweifeln, dass wir bereits in der 3. Welle stecken, angesichts einer Mutantenquote von 20 Prozent in Mecklenburg-Vorpommern. Wenn wir jetzt Einzelhandel und Gastronomie unkontrolliert öffnen, gefährden wir die bisherigen Öffnungserfolge, wie die in den Kitas und Schulen. Und niemand muss hoffen, dass bei steigender Ansteckungsgefahr die Kunden und Gäste in Massen in Innenstädte, Geschäfte und Restaurants strömen werden, um Umsatz zu machen.

Ultimative, undifferenzierte Maximalforderungen führen nicht zum Ziel und sind kontraproduktiv.

Die Gewerkschaften erwarten von den Arbeitgebern und Kammern, dass sie sich der Anstrengung der Erarbeitung und der Vermittlung einer verantwortlichen  Gesamtstrategie nicht verweigern, sondern den Weg der Taskforces und des MV-Gipfels weiter mitgehen. Es kann nur heißen: Testen, impfen und dann Öffnen, nicht umgekehrt!“

„Die richtige Strategie in der Pandemie ist das „Fahren auf Sicht“ und nicht Blindflug, auch in Abstimmung mit den anderen Bundesländern und dem Bund. Wer sich jetzt als Verantwortlicher in der Wirtschaft entzieht, kann nicht erwarten, wie bisher bei den auch künftig nötigen Wirtschaftshilfen beteiligt zu werden.“


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