Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 39 - 26.04.2017

Online-Check zur Landtagswahl / Frage Nr. 6: Was tun Sie für die Frauen?

Am 7. Mai 2017 bestimmen die Bürgerinnen und Bürger Schleswig-Holsteins die Zukunft des Landes. Der DGB Nord hat zur Landtagswahl unter www.nord.dgb.de seinen Online-Check der Parteien gestartet. Dort finden Sie auch die ausführlichen Wahlanforderungen der Gewerkschaften.

Frage 6:

Frauen brauchen Berufsperspektiven, Aufstiegschancen und eine Betriebskultur, die mit der Familie vereinbar sind. Es muss deshalb auch das Recht geben, von Teilzeitarbeit in Vollzeit zurückzukehren. Die Arbeit der Gleichstellungsbeauftragten muss ausgeweitet werden. Können sie auf die Unterstützung Ihrer Partei rechnen?

SPD
Die SPD Schleswig-Holstein unterstützt die Forderung nach einem Rückkehrrecht ausdrücklich. Für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die sich zum Beispiel wegen Kindererziehung oder Pflege von Angehörigen zu einer Teilzeitbeschäftigung entschieden haben, muss sichergestellt werden, dass sie wieder zur früheren Arbeitszeit zurückkehren können. Deshalb wollen wir die Übergänge zwischen Vollzeit- und Teilzeitphasen erleichtern.
Die Arbeit der Gleichstellungsbeauftragten haben wir durch die Einrichtung und Förderung von Geschäftsstellen gestärkt. Außerdem wurde die Zusammenarbeit der Netzwerke der Gleichstellungsbeauftragten gefördert. Des Weiteren haben wir gesetzlich klargestellt, dass hauptamtliche kommunale Gleichstellungsbeauftragte grundsätzlich in Vollzeit tätig sind. Diesen Weg werden wir fortsetzen.

 
CDU
Durch die Verantwortung für Kinder und alte Angehörige in der Lebensmitte erwerbstätiger Menschen entstehen schnell Brüche in Erwerbsbiographien, die vor allem Frauen unverhältnismäßig belasten. Sicherheit für Familien heißt für die CDU daher vor allem auch Planungssicherheit: Wir räumen der Vereinbarkeit von Familie und Beruf oberste Priorität ein.
Eine Verbesserung von Familie und Beruf möchte die CDU mit verschiedenen Maßnahmen erreichen:

-      bedarfsgerechtes, familienfreundliches und bezahlbares flexibles Ganztagsangebot von der Krippe bis einschließlich zur Schule geben.

-      gemeinsam mit den Industrie- und Handelskammern soll ein Familienpakt gegründet werden, der Unternehmen eine beratende Anlaufstelle bietet,

-      das Angebot an Teilzeitausbildung und -studium soll erweitert werden,

Bereits heute ist in Schleswig-Holstein geregelt, dass Gleichstellungsbeauftragte in der Regel in Vollzeit beschäftigt werden. Eine Ausweitung dieser bestehenden Regelungen möchten wir nicht.

Die Grünen
Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf steht im Zentrum unserer Familienpolitik. Wir setzen uns für eine bessere und verlässliche Kinderbetreuung ein. Die Situation von Alleinerziehenden werden wir verbessern und den Ausbau der Familienzentren weiter vorantreiben.
Wir setzen uns für familienfreundliche, flexible Arbeitszeitmodelle und mehr zeitliche Selbstbestimmung für Familien ein. Dazu gehört auch das Recht auf Teilzeit für Frauen und Männer und das Recht auf die Rückkehr in Vollzeit. Bei der Elternzeit wollen wir erreichen, dass Mütter und Väter zu gleichen Anteilen ihre Freistellung in Anspruch nehmen. So können Frauen und Männer ihren Wunsch nach partnerschaftlicher Aufteilung von Familien- und Erwerbsarbeit leben, Kinder oder pflegebedürftige Angehörige versorgen.
Die Arbeit der Gleichstellungsbeauftragten haben wir gesetzlich gestärkt und wollen sie auch zukünftig weiter ausbauen.

FDP
Die FDP will Frauen fördern. Frauen brauchen echte Wahlmöglichkeiten. Das darf aber nicht durch Symbolpolitik geschehen, stattdessen muss an den richtigen Stellschrauben gedreht werden. Insbesondere die Vereinbarkeit von Familie und Beruf gilt es deutlich zu verbessern, um Frauen endlich die gleichen beruflichen Chancen zu ermöglichen. Neben dem weiteren Ausbau einer verlässlichen und bezahlbaren Kinderganztagsbetreuung bedarf es hier auch flexibler Arbeitszeitmodelle. Zwischen den Sozialpartnern müssen dabei auch Regelungen getroffen werden, wie Frauen wieder in eine Vollzeitbeschäftigung zurückkehren können. In Zeiten des Fachkräftemangels ist zudem Bildung und Qualifizierung ein Hebel, die Berufsperspektiven von Frauen zu verbessern. Für gleiche Arbeit muss ein gleicher Lohn gezahlt werden. Schließlich gilt es mehr Frauen in Führungspositionen zu bringen. Den Bereich der Gleichstellungspolitik wollen wir zu einem 'Diversity-Management' weiterentwickeln.

Piraten
 
SSW
Die Gleichstellung und Gleichbehandlung der Geschlechter ist für den SSW ein Grundprinzip unseres Zusammenlebens. Nicht nur der Vergleich mit Skandinavien zeigt, dass Frauen und Männer in Schleswig-Holstein insbesondere bei der Frage des gleichen Lohns für gleiche Arbeit und bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie noch längst nicht gleichgestellt sind.
In allen Politikbereichen ist die Gleichstellung der Geschlechter anzustreben. Dazu gehören die Erfüllung von ausgewogenen Geschlechterquoten, gleicher Lohn für gleiche und gleichwertige Arbeit, flexible Arbeitszeitmodelle für Männer und Frauen, verlässliche Kinderbetreuung für alle Altersgruppen und Bedingungen in Ausbildung und Studium, die es jungen Frauen und Männern ermöglichen, eine Familie zu gründen.
Wir wollen das Landesgleichstellungsgesetz novellieren. Hier müssen nicht nur verbesserte Rahmenbedingungen für die Arbeit der Gleichstellungsbeauftragten festgeschrieben, sondern auch klare Regelungen zur Erhöhung des Frauenanteils - u.a. in kommunalen Aufsichtsräten - getroffen werden.



Der DGB Bezirk Nord umfasst die Bundesländer Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern. Die Gewerkschaften zählen in den drei Ländern zusammen rund 420.000 Mitglieder. Der DGB ist der Bund der Gewerkschaften. Gemeinsam vertreten der Bund und die Mitgliedsgewerkschaften die gesellschaftlichen, wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Interessen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer.


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Thomas Ritter 

 

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