Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 56 - 29.08.2019

Parlamentarischer Abend der Gewerkschaften im Kieler Landeshaus

DGB fordert mehr Tarifbindung und sozial gerechte Energiewende

Der Deutsche Gewerkschaftsbund Nord (DGB Nord) hat am 28.08. in Kiel beim Parlamentarischen Abend der Gewerkschaften seine Erwartungen an die schleswig-holsteinische Landespolitik erläutert. Geladen waren Vertreter der Landesregierung und aller Landtagsfraktionen, mit Ausnahme der AFD. „Eine Partei, die mit mehr als einem Bein im Rechtsextremismus steht, kann für uns kein Gesprächspartner sein“, sagte Ingo Schlüter, stellvertretender Vorsitzender DGB Nord.

Ingo Schlüter nutzte den Parlamentarischen Abend, um den DGB Zukunftsdialog vorzustellen. „Mit dem Zukunftsdialog wollen wir mit Bürgerinnen und Bürgern, mit Politikerinnen und Politikern, Kolleginnen und Kollegen ins Gespräch kommen, gesellschaftliche Debatten in Gang setzen und mitgestalten. Wir wollen uns austauschen über die großen Fragen: Wie wollen wir leben? Wie wollen wir arbeiten?“

Erklärtes Ziel der Gewerkschaften sei es, wieder mehr Tarifbindung durchzusetzen. „Denn wenn wir darüber reden, wie wir arbeiten wollen und wie die gute Arbeit von morgen aussieht, dann geht an den Gewerkschaften und Tarifverträgen kein Weg vorbei!“ Es gehe um soziale Gerechtigkeit und Wettbewerbsfähigkeit im Lohnkellerland Schleswig-Holstein. Mit Tarifvertrag verdienten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer durchschnittlich 830 Brutto monatlich mehr. Daher sei es ein Unding, dass immer mehr Unternehmen Tarifverträge verweigern und Arbeitgeberverbände eine Mitgliedschaft ohne Tarifbindung zulassen. Es brauche den klaren politischen Willen und die politische Unterstützung, Tarifverträge und Gewerkschaften zu stärken.

Weiteres wichtiges Thema für die Gewerkschaften in Schleswig-Holstein sei der Klimaschutz. Insbesondere die Frage, wie die Energiewende sozial gerecht gestaltet werden kann, ohne die Energieversorgung zu gefährden. „Viele Lösungen funktionieren bereits. Wissenschaft und Industrie haben vorgelegt, nun ist die Politik dran, dafür endlich den Rahmen zu schaffen. Wer aber nur mit dem Finger nach Berlin zeigt, springt gerade in Schleswig-Holstein zu kurz! Auch das Land ist gefordert! Während Schülerinnen und Schüler beeindruckend hartnäckig für den Klimaschutz auf die Straße gehen und Kommunen den Klimanotstand ausrufen, wird die Windbranche regelrecht gelähmt. Und so stehen unsere Kolleginnen und Kollegen bei den Windanlagen-Herstellern und bei den Zulieferern nicht nur unter Druck, nein, hier bei SENVION geht es gerade um die Existenz! Ein industriepolitisches Versagen wie bei der Photovoltaik darf sich bei Wind nicht wiederholen! Lassen Sie uns in Schleswig-Holstein Vorreiter sein und die Energiewende gemeinsam vorantreiben“, so Ingo Schlüter.


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Thomas Ritter 

 

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DGB Nord
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