Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 016 - 03.03.2014

Abstimmen und mitbestimmen: Start der Betriebsratswahlen im Norden

Mitreden, mitgestalten, mitbestimmen: Mit einem Betriebsrat wählen die Beschäftigten in den Unternehmen eine professionelle Interessenvertretung. Dort, wo es Betriebsräte gibt, sind die Entgelte nachweislich höher, die Arbeitsbedingungen besser, die Arbeitsplätze sicherer - und die Unternehmen wirtschaftlich sogar erfolgreicher. Von Anfang März bis Ende Mai finden auch im Norden die Betriebsratswahlen statt. Und wo es noch keinen Betriebsrat gibt, da kann man einen gründen - schon fünf Beschäftigte reichen dazu aus. An ihrem Arbeitsplatz können alle mitbestimmen, ob mit oder ohne deutschen Pass.

Der DGB Nord mit seinen rund 430.000 Mitgliedern startet seine Informationskampagne in Schleswig-Holstein, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern unter dem Motto: „Du hast es in der Hand! Deine Stimme – Betriebsratswahlen“. In den drei Bundesländern sind rund 2,3 Millionen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Der Anteil der Beschäftigten in Betrieben mit Betriebsrat beträgt in Schleswig-Holstein 35 Prozent, in Hamburg 55 Prozent und in Mecklenburg-Vorpommern 33 Prozent. Die DGB-Gewerkschaften stellen mehr zwei Drittel aller Betriebs- und Personalräte.

Uwe Polkaehn, Vorsitzender des Deutschen Gewerkschaftsbundes Nord (DGB Nord): „In keinem anderen Land Europas können Betriebsräte in Unternehmen so umfassend mitbestimmen wie hierzulande. Die deutsche betriebliche Mitbestimmung ist ein Erfolgsmodell. Nur so konnten Wohlstand, Wachstum und Arbeitsplätze in den vergangenen Jahrzehnten gesichert werden. Aber jeder Betriebsrat ist nur so stark wie die Belegschaft, die ihn trägt. Wir spüren Rückenwind: Die Bewerber der DGB-Gewerkschaften fahren Wahlsiege ein, weil sie kompetent und kämpferisch für alle Kolleginnen und Kollegen im Betrieb aktiv sind. Gute Arbeitsbedingungen, bessere Arbeitszeiten, Gesundheitsförderung und Schutz vor Unternehmerwillkür stehen ganz oben auf der Agenda unserer Betriebsräte. Zur neuen Ordnung der Arbeit gehören nicht nur gute Tarifverträge und der Mindestlohn, sondern auch ein Betriebsrat in jedem Betrieb ab fünf Beschäftigten. Je unsicherer die Arbeit wird durch Niedriglöhne, Ausgliederungen, Befristungen und Werkverträge, desto dringlicher wird die Ausweitung der Mitbestimmung. Die Demokratie darf nicht vor den Werkshallen und Bürotüren Halt machen.“

Die Betriebsratswahlen finden laut Gesetz alle vier Jahre bundesweit statt. Zuletzt beteiligen sich rund 71 Prozent der Wahlberechtigten in den Betrieben an den Wahlen. Etwa ein Drittel aller Betriebsräte sind Frauen.

In den drei nördlichen Bundesländern wird es Veranstaltungen und Konferenzen des DGB sowie Pendleraktionen an Bahnhöfen und Werbung in Bussen und Bahnen geben. In den Betrieben machen die acht Mitgliedsgewerkschaften des DGB ihre inhaltlichen und personellen Angebote.

Info Betriebsrat

Der Betriebsrat darf per Gesetz im Betrieb mitbestimmen und muss vom Arbeitgeber beteiligt werden. Das Gesetz schützt die Arbeitnehmervertreter, damit sie gegenüber dem Arbeitgeber auch unangenehme Dinge ansprechen und Konflikte austragen können. So kann der Betriebsrat mit dem Arbeitgeber das regeln, was ein Beschäftigter allein nicht könnte. Der Betriebsrat bestimmt u.a. mit bei:

• Arbeitszeit, Schichtplan und Überstunden
• Einstellung und Kündigung
• Ausbildung und Weiterbildung
• Unfallverhütung, Gesundheits- und Umweltschutz
• Arbeitsabläufen und Gestaltung der Arbeitsplätze
• Ordnungsfragen wie Rauchen oder Krankengespräche.

 

Studien ergaben:

Beschäftigte in Betrieben mit Betriebsrat verdienen im Durchschnitt über 10 Prozent mehr als in Betrieben ohne Betriebsrat.

In Betrieben ohne Betriebsrat ist die Gehaltslücke zwischen Männern und Frauen um 10 Prozent höher als in jenen mit Betriebsrat.

In Betrieben mit Betriebsrat kündigen 25 Prozent weniger Arbeitnehmer/innen als in Betrieben ohne Betriebsrat.

In Betrieben mit Betriebsräten werden Weiterbildungsangebote häufiger durch den Arbeitgeber finanziert.

Empirische Studien belegen in Betrieben mit Betriebsrat einen Anstieg der Produktivität je nach Branche und Betriebsgröße zwischen 9 Prozent und 30 Prozent.

Weitere Informationen im Internet unter

www.nord.dgb.de  und

www.dgb.de/extra/betriebsratswahl-2014/


Der DGB Bezirk Nord umfasst die Bundesländer Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern. Die Gewerkschaften zählen in den drei Ländern zusammen rund 430.000 Mitglieder. Der DGB ist der Bund der Gewerkschaften. Gemeinsam vertreten der Bund und die Mitgliedsgewerkschaften die gesellschaftlichen, wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Interessen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer.

 


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Thomas Ritter 

 

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