Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 30 - 20.03.2018

Wettbewerb "Die Gelbe Hand": Das sind die Preisträger

Im Schweriner Schloss fand am Montag vor rund 100 Gästen aus Politik, Gewerkschaften und Zivilgesellschaft die Preisverleihung des Jugendwettbewerbs „Die Gelbe Hand“ 2017/18 statt. Der jährlich stattfindende Wettbewerb wird vom gewerkschaftlichen Antirassismus-Verein „Mach‘ meinen Kumpel nicht an!“ ausgerufen. Prämiert wird das kreative Engagement von Auszubildenden, Berufsschülerinnen und -schülern sowie von den Gewerkschaftsjugenden gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit, für Demokratie, Vielfalt und Akzeptanz.  Den ersten Preis erhielten dieses Jahr die Auszubildenden der Rheinbahn AG in Düsseldorf.

Schirmfrau des diesjährigen Wettbewerbs von Seiten der Politik war die Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern, Manuela Schwesig, die auf der Veranstaltung die Laudatio für den Sonderpreis Mecklenburg-Vorpommern hielt. Im Projekt „Sportangebot für Geflüchtete“ organisierten Jugendliche aus Rostock ehrenamtlich wöchentlich Fußballtraining für Geflüchtete und Einheimische in einer Rostocker Gemeinschaftsunterkunft. Die Ministerpräsidentin Schwesig lobte das Engagement: „Der Sport hat eine große Kraft Menschen zusammenzuführen und bietet die Chance für Integration.“ Darüber hinaus betonte sie, dass es in Zeiten des Rechtspopulismus und der digitalen Gewalt wichtig sei, „gemeinsam Flagge zu zeigen, gegen die, die hetzen und das Land spalten wollen. Es ist gut zu wissen, dass man dabei nicht alleine ist.“ Sie dankte dem Kumpelverein und dem DGB für das langjährige Engagement gegen Diskriminierung in der Arbeitswelt.  

Von Seiten der Gewerkschaften überreichte Petra-Reinbold-Knape, Vorstandsmitglied im geschäftsführenden Hauptvorstand der IG BCE, in Vertretung des Schirmherrn Michael Vassiliadis, dem Vorsitzenden der IG BCE, zunächst den dritten Preis an die Berufsschulklasse aus Braunschweig, die kulturell bunt gemischt ist und ihre Erfahrungen mit der Vielfalt in einem authentischen Video beschrieben hat. Im Anschluss prämierte das IG BCE-Vorstandsmitglied die angehenden Grafik-Designer aus dem Kolping Berufskolleg Stuttgart, die das Buch „Think!“ zum Thema Flucht und Asyl grafisch gestaltet und es inhaltlich aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet haben. Für Petra Reinbold-Knape ist dieses Engagement der Jugend herausragend. „Diese jungen Menschen zeigen, dass Gemeinschaft, Respekt und Toleranz die maßgeblichen Werte sind. Für Diskriminierung ist kein Platz – weder im Betrieb noch in der Gesellschaft. Ein verengtes Herz und Intoleranz lösen keine Probleme. Wir brauchen mehr Menschen, die sich für Demokratie einsetzen und gegen Rassismus aufstehen“, unterstrich Petra Reinbold-Knape. 

Den ersten Preis erhielten die Azubis der Rheinbahn AG Düsseldorf für ihre Idee, 5000 Schutzhüllen für Fahrkarten mit dem Logo der Gelben Hand bedrucken zu lassen. Überreicht wurde der Preis von der Integrationsbeauftragten des Landes Mecklenburg-Vorpommern, Dagmar Kaselitz.

Der Vorsitzende des Kumpelvereins, Giovanni Pollice, war überwältigt von der Kreativität der eingereichten Projekte: „Dieses großartige Engagement ist nicht selbstverständlich.“ Gerade heute sei Rassismus nicht nur am rechten Rand, sondern in der Mitte vorzufinden. Daher brauche es eine Intensivierung aller Formen der politischen Bildungsarbeit: „Antirassismus muss in Schulen zum Pflichtfach werden. Die oft beschworene wehrhafte Demokratie gilt es in den Herzen und in den Köpfen zu verankern.“ Vielfalt, Solidarität und Gleichbehandlungen seien Werte der Gelben Hand.  „Menschenverachtenden, rassistischen  und demokratiefeindlichen Gesinnungen müssen wir mit aller Kraft entgegentreten. Mehr denn je!“, appellierte der Vorsitzende Pollice.

Er verlieh den Sonderpreis „Idee“ im erstmalig durchgeführten Ideenwettbewerb, bei dem die Gesamtjugend- und Auszubildendenvertretung der Firma Nestlé ein Konzept für Aktionen gegen Diskriminierung im Betrieb vorstellten.

Der Sonderpreis der DGB-Jugend Nord ging an das Betriebliche Beratung Team Mecklenburg-Vorpommern (BBT), die gemeinsam mit der IG Metall Stralsund, für das Projekt „Azubis on Tour“, bei dem Auszubildende in Unternehmen „best practice“-Beispiele zu Integration und Mitbestimmung  kennenlernten. Die Laudatio hielt Ingo Schlüter, stellvertretender Vorsitzender des DGB Nord. 

Den Sonderpreis der DGB Jugend NRW überreichte Christoph Alt, Pädagogischer Leiter des DGB Jugendbildungszentrum Hattingen, an die Jugend- und Auszubildendenvertretung  der Evonik AG in Marl für ihre kreativen Aktionen im Betrieb im Rahmen der Internationalen Wochen gegen Rassismus 2017.

Der Wettbewerb „Die Gelbe Hand“ wird gefördert im Bundesprogramm „Demokratie leben!“ des Ministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

Hintergrund:

Der Verein "Mach meinen Kumpel nicht an! – für Gleichbehandlung, gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus e.V." ist die gewerkschaftliche Initiative für Gleichbehandlung, gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus in Betrieb und Gesellschaft. Der Verein wurde 1986 von jungen Gewerkschaftern gegründet. Sein Logo ist die abwehrende „Gelbe Hand“, die als Zeichen gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus bundesweit bekannt ist. Haupttätigkeitsfelder des Vereins sind: Seminare und Fachtagungen für Multiplikatoren der antirassistischen Arbeit, das Monatsmagazin des  Kumpelvereins als Sprachrohr gewerkschaftlichen und betrieblichen Engagements gegen Rassismus, und der jährliche Wettbewerb für kreative Projekte gegen Rassismus und für Vielfalt. An diesem Wettbewerb können sich einzelne Jugendliche, aber auch Gruppen und  Klassen aus berufsbildenden Schulen beteiligen. Der Verein hat bundesweit 1600 Fördermitglieder, darunter auch prominente Fördermitglieder wie die kürzlich ernannten Bundesministerinnen Katarina Barley und Svenja Schulze.

Der „Kumpelverein“ ist eine der ältesten antirassistischen Initiativen Deutschlands und zugleich die einzige bundesweite Organisation, die sich dabei überwiegend auf den betrieblichen Kontext konzentriert. Prominente Unterstützer des „Kumpelvereins“ waren zu Beginn Willy Brandt, Udo Lindenberg, Günter Wallraff und Tatort-Kommissar Schimanski, der 1988 im Tatort demonstrativ mit der Gelben Hand am Revers auftrat. 

Siehe auch:

www.gelbehand.de

 


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Thomas Ritter

 

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