Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 57 - 03.07.2014

Endlich! Der Mindestlohn hilft besonders im Norden

Der Bundestag hat heute das Gesetz zur Stärkung der Tarifautonomie und den gesetzlichen Mindestlohn von 8,50 Euro ab 2015 beschlossen.

Uwe Polkaehn, Vorsitzender des Deutschen Gewerkschaftsbundes Nord (DGB Nord), erklärt dazu:

„Die bundesweit niedrigsten Löhne werden bisher in Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein gezahlt. Hauptgewinner des neuen Mindestlohns sind die Arbeitnehmerinnen, denn im Lohnkeller schuften vor allem Frauen. Ab 2015 haben auch die mehr als eine halbe Million Minijobber im Norden endlich Anspruch auf mindestens 8,50 Euro.

Der Mindestlohn beendet die größte Ausbeutung, aber auch von 8,50 Euro kann niemand große Sprünge machen. Die Arbeitgeber sollten endlich erkennen, dass eine neue Ordnung der Arbeit mit Tarifverträgen, fairen Löhnen und unbefristeter Beschäftigung der beste Beitrag gegen den Fachkräftemangel ist. Wir erwarten, dass die Arbeitgeber jetzt überall mit den Gewerkschaften ordentliche Tarifverträge schließen und die Wildwestmethoden auf dem Arbeitsmarkt beenden.

Die befristeten Ausnahmeregelungen und Schlupflöcher im Mindestlohngesetz müssen so schnell wie möglich verschwinden. Würde kennt keine Ausnahmen, und von seinem Lohn muss man auch leben können. Wichtig wird ab 2015 eine umfassende Kontrolle der neuen Bestimmungen, damit Lohndumping und Ausnahmetrickserei von Arbeitgebern konsequent unterbunden werden kann. Der Bundestagsbeschluss ist historisch. Jetzt gibt es die Chance, auch ganz unten die Lohnspirale nach oben zu drehen.“

In Schleswig-Holstein, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern werden nach DGB-Schätzung mehr als eine halbe Million Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer durch den gesetzlichen Mindestlohn von 8,50 Euro in Ost und West über die neue Lohnuntergrenze gehoben. Der unmittelbare Kaufkraftzuwachs für den Norden beträgt mehr als eine Milliarden Euro – das bedeutet auch erhebliche Entlastungen für die Haushalte der Kommunen, da Aufstockungszahlungen verringert werden können. Rund 270.000 Minijobs gibt es in Schleswig-Holstein, 170.000 in Hamburg, 90.000 in Mecklenburg-Vorpommern. Zwei Drittel der Minijobber sind weiblich. Mehr als drei Viertel aller Minijobber bekommen weniger als 8,50 Euro die Stunde.


Der DGB Bezirk Nord umfasst die Bundesländer Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern. Die Gewerkschaften zählen in den drei Ländern zusammen rund 430.000 Mitglieder. Der DGB ist der Bund der Gewerkschaften. Gemeinsam vertreten der Bund und die Mitgliedsgewerkschaften die gesellschaftlichen, wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Interessen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer.


Nach oben
Suchbegriff eingeben
Datum eingrenzen
seit bis

Kontakt: Pressestelle

DGB Bezirk Nord
Besenbinderhof 60
20097 Hamburg

Tel. 040-60 77 66 1 - 23
Tel. 040-60 77 66 1 - 18
Fax. 040-60 77 66 1 - 41

Thomas Ritter 

 

Sekretariat: Astrid Lau 

DGB Nord
Lohnspiegel
lohnspiegel.de