Deutscher Gewerkschaftsbund

PM - 18.05.2005

Niedrige Beschäftigungsquote Älterer bedroht Wohlstand

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Die niedrige Beschäftigungsquote Älterer in deutschen Unternehmen könnte schon bald das Wohlstandsniveau in der Bundesrepublik bedrohen. Davor warnt der Demografie-Experte Axel Börsch-Supan in einem Interview mit dem Magazin Mitbestimmung (Mai-Ausgabe).

Ab dem Jahr 2010 erwartet der Leiter des Mannheimer Forschungsinstitutes Ökonomie und demographischer Wandel (MEA) ?deutlich weniger Erwerbstätige, die für eine nicht wesentlich kleinere Bevölkerung Güter und Dienstleistungen produzieren sollen.?

Um den demographischen Wandel auf dem Arbeitsmarkt auszugleichen, gibt es nach Ansicht des Ökonomen, der auch Vorsitzender des Wissenschaftlichen Beirates beim Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit ist, nur eine Möglichkeit: ?Wir müssen die Wirtschaft umbauen. Wir müssen lernen, dass Menschen über 50 für die Gesellschaft sehr wertvoll sind.? In der Industrie beginne das Umdenken, allerdings erst langsam, beobachtet Börsch-Supan. Deshalb sei es hilfreich, ?wenn alle gesellschaftlichen Gruppen, hoffentlich auch die Gewerkschaften, das Umdenken noch zusätzlich beschleunigen.?

Derzeit beschäftigen mehr als 40 Prozent der deutschen Unternehmen keine Arbeitnehmer über 50 Jahren. Zu diesem Ergebnis kommt eine von der Hans-Böckler-Stiftung geförderte Untersuchung des Instituts Arbeit und Technik (IAT). Nach Recherchen des Magazins Mitbestimmung sind von den in Deutschland beschäftigten Mitarbeitern des Haushalts- und Kosmetikkonzerns Henkel (Ata, Persil) nur sieben Prozent (755 von insgesamt 10.300) älter als 55 Jahre. Der Autobauer BMW kommt auf sechs Prozent (ca. 4800 von 80.000), die Deutsche Bank sogar nur auf vier Prozent (ca. 1000 von 27.100) Beschäftigte über 55.

Das Interview mit Axel Börsch-Supan finden Sie hier.

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