Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 024 - 26.03.2014

Auftakt zum 13. Girls‘Day in MV an Stralsunder Fachhochschule

Am Donnerstag (27. März 2014) findet der 13. Girls´Day – Mädchen-Zukunftstag in Mecklenburg-Vorpommern statt.  
Ziel des bundesweit veranstalteten Girls‘Days ist es, Mädchen stärker für technische Berufe und naturwissenschaftliche Studienrichtungen zu interessieren.

„Mit dem Girls´Day wollen wir Mädchen Mut machen, die ganze Palette ihrer Möglichkeiten auszuschöpfen. Denn obwohl es insgesamt 350 verschiedene Ausbildungsberufe gibt, bewerben sich Mädchen zum Großteil nur auf die zehn typischen und oftmals  schlechter bezahlten Frauenberufe. Auch bei den Studienmöglichkeiten entscheiden sie sich selten für technische und naturwissenschaftliche Bereiche. Aber ich bin überzeugt, Mädchen können das. Und was mindestens genauso wichtig ist: Es geht auch um ihre finanzielle Absicherung und die Chance auf ein selbstbestimmtes Leben“, schätzt Birgit Hesse, Ministerin für Arbeit, Gleichstellung und Soziales Mecklenburg-Vorpommern am Vortag des Girls’Days 2014 ein.

In diesem Jahr können Schülerinnen ab Klasse 5 aus zirka 350 Veranstaltungen mit fast 3.000 Plätzen auswählen. Davon werden 1.020 Plätze durch Unternehmen zur Verfügung gestellt. Das sind 13 Prozent mehr betriebliche Angebote als im Vorjahr. Im Rahmen von 178 Veranstaltungen in ganz Mecklenburg-Vorpommern vermitteln die Firmen Eindrücke von modernen Produktionstechnologien und bieten den Mädchen die Möglichkeit, mit weiblichen Auszubildenden ins Gespräch zu kommen. Über 210 Plätze für 16 Veranstaltungen kommen aus den Hochschulen und Forschungseinrichtungen des Landes. Sie laden die Mädchen zu spannenden Experimenten und Forschung zum Mitmachen ein.
„In diesem Jahr findet die Girls´Day-Auftaktveranstaltung an der Fachhochschule Stralsund statt, um zu zeigen, welch spannende Fachrichtungen und hervorragende Studienbedingungen die Hochschule jungen Frauen bietet. Etwa ein Drittel der Studierenden in Stralsund sind weiblich. Allerdings sind  die Studentinnen in den Fachbereichen Elektronik und Informatik sowie Maschinenbau mit rund zehn Prozent immer noch deutlich in der Minderheit“, so Dr. Ute Messmann von der Vereinigung der Unternehmensverbände für Mecklenburg-Vorpommern (VUMV). Der deutschlandweite Schulleistungsvergleich in Mathematik und Naturwissenschaften belege zwar die überdurchschnittlichen Leistungen ostdeutscher Mädchen in den sogenannten MINT-Fächern. Aber das führe leider nicht automatisch zu mehr technisch- und naturwissenschaftlich orientierten Berufs- oder Studienentscheidungen bei den jungen Frauen und Mädchen, erklärt Ute Messmann.

„Mädchen unterschätzen oftmals ihre Fähigkeiten, insbesondere in den Fächern Chemie und Physik. Deshalb brauchen sie mehr Ermutigung in der Schule, effektive Begleitung über spezielle MINT-Initiativen im Schulverlauf sowie mehr weibliche Vorbilder in Wirtschaft und Wissenschaft“, betont Lisanne Straka vom DGB Bezirk Nord. „Mädchen und MINT – das lohnt sich“, ist sich Straka sicher. Mit dem zunehmenden Fachkräftemangel  würden sich auch die Ausbildungsvergütungen in Mecklenburg-Vorpommern nach oben entwickeln. Ein Beispiel sei der entsprechende Tarifabschluss in der norddeutschen Metall-Elektro-Industrie. „Angesichts deutlich zurückgehender Schulabgängerzahlen und im Durchschnitt älter werdender Fachkräfte ist der Wettbewerb um Berufsnachwuchs bereits in vollem Gange. Das bietet vielen Mädchen neue und deutlich attraktivere Berufschancen als bisher“, erklärt Lisanne Straka abschließend.

Hintergrund:
Girls´Day – Mädchen-Zukunftstag ist eine bundesweite Aktion zur Berufsorientierung von Mädchen in Berufen und Studienrichtungen aus den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT). MINT-Erwerbstätige sind zunehmend älter, weiblicher und internationaler, meldete der MINT-Frühjahrsreport 2013 und machte gleichzeitig auf das Fehlen  von über 100.000 Arbeitskräften im MINT-Bereich in deutschen Unternehmen aufmerksam. Gute Chancen also für junge Frauen, mit einem Studium oder einer Berufsausbildung in diesen Bereichen beruflich erfolgreich zu sein.

Der Girls’Day ordnet sich ein in eine ganz Reihe berufsorientierender Veranstaltungen und Aktivitäten, wie zum Beispiel Praxislerntage, Branchen-Infotage und Ausbildungsmessen.
In Mecklenburg-Vorpommern werden Girls´Day und JungsTag MV durch ein Sozialpartnerschaftsprojekt der Vereinigung der Unternehmensverbände für Mecklenburg-Vorpommern e. V. (VUMV) und des DGB Bezirk Nord koordiniert. Gefördert wird der Girls’Day aus Mitteln des Landes und des Europäischen Sozialfonds (ESF).

Anders als in den meisten Bundesländern findet in Mecklenburg-Vorpommern kein zeitgleicher „Boys’Day“, sondern jeweils im Herbst ein separater JungsTag statt. Der nächste JungsTag MV ist am 8. Oktober 2014. Die Trennung beider Veranstaltungstage unterstützt in besonderem Maße das wichtige Ziel einer geschlechterspezifischen Berufs- und Studienorientierung.

Dr. Ute Messmann leitet den Geschäftsbereich Bildung bei der Vereinigung der Unternehmensverbände und ist Geschäftsführerin des Bildungswerkes der Wirtschaft e.V..

Die VUMV ist die Dachorganisation von 30 Arbeitgeber- und Wirtschaftsverbänden in Mecklenburg-Vorpommern und zugleich Landesvertretung des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) und Landesvereinigung der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA). Die Verbände repräsentieren mit ihren zirka 3.800 Mitgliedsunternehmen und rund 185.000 Arbeitnehmern über 40 Prozent aller Unternehmen ab einer Größe von 10 Mitarbeitern.

Lisanne Straka ist verantwortliche Abteilungssekretärin für Frauen- und Gleichstellungspolitik beim DGB Bezirk Nord.

Der DGB Bezirk Nord umfasst die Bundesländer Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern. Die Gewerkschaften zählten in den drei Ländern zusammen rund 430.000 Mitglieder. Zum DGB gehören acht Einzelgewerkschaften.


Nach oben
Suchbegriff eingeben
Datum eingrenzen
seit bis

Kontakt: Pressestelle

DGB Bezirk Nord
Besenbinderhof 60
20097 Hamburg

Tel. 040-60 77 66 1 - 22
Tel. 040-60 77 66 1 - 23
Fax. 040-60 77 66 1 - 41

Thomas Ritter

 

Kerstin Koch / copyright Peter Bisping

© Peter Bisping

Sekretariat: Kerstin Koch