Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 28 - 20.03.2018

DGB Nord zur Digitalisierungsoffensive der Landesregierung MV

Erst der Mensch, dann die Maschine!

Zur Initiative der Landesregierung in Mecklenburg-Vorpommern zur Stärkung der Digitalisierung in der Wirtschaft erklärt Uwe Polkaehn, Vorsitzender des DGB Nord:

„Bei der Digitalisierung geht es in erster Linie um die Menschen, nicht um Maschinen oder Glasfaserkabel. Unsere repräsentativen Befragungen zeigen, dass bei 82 Prozent aller Beschäftigten die Arbeit durch Digitalisierungsprozesse beeinflusst wird. Berichtet wird überwiegend von einer höheren Arbeitsbelastung, einer wachsenden Arbeitsmenge und mehr Multitasking. Auch die Überwachung und Kontrolle der Arbeitsleistung hat für eine Mehrheit der Befragten zugenommen. Auch und gerade um diese Themen muss sich die Landesregierung kümmern – Humanisierung der Arbeitswelt ist das Gebot der Stunde: Kluge Arbeitgeber beteiligen ihre Betriebsräte früh an allen innerbetrieblichen Innovationsprozessen. Nur Mitbestimmung, gute Arbeit zu fairen Löhnen und gesunde Arbeitsbedingungen sichern den Unternehmen in Mecklenburg-Vorpommern die Fachkräfte der Zukunft. Wer Chancen nutzen will, muss Risiken und Ängste abbauen.“

Einige Ergebnisse der Befragungen (Index Gute Arbeit):

  • In den Augen von 54 Prozent der Beschäftigten hat die von ihnen zu bewältigende Arbeitsmenge infolge der Digitalisierung zugenommen, nur 7 Prozent berichten dagegen von einer Verringerung.
  • Für insgesamt 27 Prozent haben sich digitalisierungsbedingt die Möglichkeiten erweitert, für 13 Prozent verringert; unter Beschäftigten mit insgesamt schlechten Arbeitsbedingungen hat sich der Spielraum allerdings insgesamt verkleinert.
  • 46 Prozent der Beschäftigten sehen sich infolge der Digitalisierung bei der Arbeit stärker überwacht, 4 Prozent nehmen eine Verringerung wahr.
  • Insgesamt 45 Prozent der von Digitalisierung Betroffenen – 37 Prozent auch der Hochqualifizierten – arbeiten sehr häufig oder oft in dem Gefühl, der digitalen Technik ausgeliefert zu sein; wo es Beteiligungsmöglichkeiten gibt, ist der Anteil geringer.
  • 74 Prozent haben keinen oder kaum Einfluss auf den Einsatz digitaler Technik an ihrem Arbeitsplatz, 26 Prozent sind daran beteiligt.


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Thomas Ritter

 

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