Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 93/2018 - 19.12.2018
DGB Nord kontra Handelsverband

Adventsshopping verstößt gegen das Gesetz

Der DGB Nord begrüßt die Festlegung der schleswig-holsteinischen Landesregierung, keine Ausweitung der Ladenöffnungen am Sonntag zuzulassen. Ein Sprecher des Wirtschaftsministeriums hatte erklärt, das Ministerium werde zu den Ladenöffnungszeiten "keinen Gesetzesvorschlag unterstützen, der eklatant gegen die Verfassung verstößt". Er reagierte damit auf Planspiele des Handelsverbandes Nord und der Lübecker CDU, das Ladenöffnungsgesetz zu ändern, um den Verkauf an vier Adventssonntagen zu ermöglichen.


Uwe Polkaehn, Vorsitzender des DGB Nord: "Arbeitnehmerfeindliche Ausweitungen der Ladenschlusszeiten und der Bäderregelung zur Sonntagsöffnung werden die Gewerkschaften nicht hinnehmen. Der arbeitsfreie Sonntag wird in unserer hochverdichteten Arbeitswelt dringend benötigt, um Kraft zu schöpfen, Freunde und Verwandte zu treffen. Das ist eine Ruheinsel in der Woche, in der auch die Beschäftigten ihre Zeit nach ihren Bedürfnissen verbringen wollen. Adventsshopping braucht kein Mensch. Solchen gesellschaftlich schädlichen Ideen muss von Anfang an ein Riegel vorgeschoben werden. Andernfalls werden einer weiteren Verschlechterung der Arbeitsbedingungen im Einzelhandel Tür und Tor geöffnet.“


Der Handelsverband Nord hatte dafür plädiert, eine neue rechtliche Basis für die Verkaufsöffnung zu schaffen und weitere, lokal begrenzte, Sonntagsöffnungen zu erlauben.

Uwe Polkaehn: "Ich erwarte von den Unternehmensverbänden, aber auch der Regierung, dass sie sich um die wahren Probleme kümmern und gemeinsam mit den Gewerkschaften für mehr Tarifbindung, faire Löhne und gute Arbeitsbedingungen eintreten. Die Beschäftigungsverhältnisse im Handel verschlechtern sich immer mehr. Diese Welt aus Niedriglohn, Teilzeit- und Minijobs mit Arbeit auf Abruf muss endlich geordnet und humanisiert werden. Dazu gehört es auch, die Einhaltung des Arbeitsschutzes, der Arbeitszeiten und des Mindestlohns wirksam zu kontrollieren."


Der DGB Bezirk Nord umfasst die Bundesländer Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern. Die Gewerkschaften zählen in den drei Ländern zusammen mehr als 400.000 Mitglieder. Der DGB ist der Bund der Gewerkschaften. Gemeinsam vertreten der Bund und die Mitgliedsgewerkschaften die gesellschaftlichen, wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Interessen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer.


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Thomas Ritter

 

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