Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 73/2021 - 29.10.2021

Ausbildungsbilanz 2021

Meldung für Schleswig-Holstein

Ausbildungsmarkt in Schleswig-Holstein im zweiten Jahr in Folge unter Druck

DGB-Jugend Nord fordert umlagefinanzierte Ausbildungsplatzgarantie 

Anlässlich der heute veröffentlichten Ausbildungsmarktzahlen sieht die DGB-Jugend Nord die Betriebe in Schleswig-Holstein in der Pflicht, Verantwortung für Ausbildung und den Fachkräftebedarf im Land zu übernehmen. Seit Beginn der Pandemie ist das Ausbildungsplatzangebot um 7 Prozent auf 18.500 Plätze gesunken. Knapp 20.000 Ausbildungsstellen waren es noch im September 2019 vor der Corona-Pandemie.

Wiebke Oetken, Bezirksjugendsekretärin des DGB Nord: „Wenn immer mehr Betriebe trotz wachsenden Fachkräftebedarfs nicht mehr ausbilden, vermindert das die Chancen junger Menschen auf dem Arbeitsmarkt. Es kann nicht sein, dass durch das sinkende Ausbildungsplatzangebot Jugendliche auf der Strecke bleiben. Wir haben prozentual den höchsten Stand an Altbewerber*innen seit 10 Jahren. Damit endlich alle, die einen Ausbildungsplatz suchen, auch einen bekommen, fordern wir als DGB-Jugend Nord eine Ausbildungsplatzgarantie, die durch einen Zukunftsfonds finanziert werden soll.“

In den Zukunftsfonds sollen Betriebe ab 5 Beschäftigten einzahlen. Hierdurch würden zusätzlich notwendige Ausbildungsplätze finanziert und der Ausbau betrieblicher Ausbildung gefördert.

Wiebke Oetken warnt außerdem vor voreiligen Schlüssen in Bezug auf die sinkenden Bewerber*innenzahlen: „Zum einen weist auch die Bundeagentur daraufhin, dass für Bewerber*innen, durch die Einschränkung der Pandemie, die üblichen Zugangswege eingeschränkt waren und zum anderen werden Jugendliche, die sich selbstständig um einen Ausbildungsplatz kümmern, in der Statistik nicht erfasst. Diese Zahlen haben also erstmal nichts mit einem rückläufigen Interesse von jungen Menschen an der dualen Ausbildung zu tun.“

Dass die Corona-Pandemie Auszubildende schwer getroffen hat, zeigt sich auch ganz konkret im Alltag vieler Azubis, wie die aktuelle Corona-Ausbildungsstudie der DGB-Jugend* belegt. So haben fast 60 Prozent der Befragten zumindest Teile ihrer Ausbildung im Homeoffice absolviert. Dabei haben nur 35 Prozent alle Materialien und Geräte zur Verfügung gestellt bekommen, die sie für eine Ausbildung von zu Hause aus brauchen. 20 Prozent haben keinerlei Arbeits- und Lernmittel vom Betrieb erhalten. Besonders erschütternd: Nur einem Drittel der Befragten (33,1 Prozent) standen die Ausbilder*innen während der Homeoffice-Phasen immer zur Verfügung, obwohl die fortlaufende Betreuung im Berufsbildungsgesetz vorgeschrieben ist. Fast die Hälfte der Befragten (45,2 Prozent) vergibt schlechte Noten für die fachliche Qualität der Ausbildung im Homeoffice.

Laut Oetken müsse eine „Generation Corona“ unbedingt verhindern werden. „Dafür bedarf es einer Perspektive für Menschen, die in eine Ausbildung gehen wollen oder in einer Ausbildung sind. Mindeststandards in der Ausbildung müssen ernst genommen, eingehalten und endlich konsequent kontrolliert werden“, so Oetken.

 *Für diese repräsentative Studie auf Bundesebene wurden mehr als 1.000 junge Menschen befragt, die sich im Februar und März 2021 in einer betrieblichen dualen Berufsausbildung oder einem ausbildungsintegrierten dualen Studium befunden haben. Die Corona-Ausbildungsstudie kann hier heruntergeladen werden: https://jugend.dgb.de/meldungen/ausbildung/++co++5317e65c-05aa-11ec-951d-001a4a16011a/file/Corona-Ausbildungsstudie.pdf

Meldung Mecklenburg-Vorpommern

Ausbildungsbilanz 2021: Pandemie verursacht Qualitäts-Delle in der Ausbildung

DGB-Jugend Nord: „Generation Corona“ unbedingt verhindern

Anlässlich der heute veröffentlichten Zahlen zum Ausbildungsmarkt sieht die DGB-Jugend Nord die Betriebe in Mecklenburg-Vorpommern in der Pflicht, Verantwortung für Ausbildung und den Fachkräftebedarf im Land zu übernehmen. Seit Beginn der Pandemie ist das Ausbildungsplatzangebot um 8,4 Prozent auf 10.500 Plätze gesunken. Knapp 11.500 Ausbildungsstellen waren es noch im September 2019 vor der Corona-Pandemie.

Nach Ansicht der DGB Jugend Nord besteht dringender Handlungsbedarf bei der Ausbildung.

„Eine „Generation Corona“ muss unbedingt verhindert werden. Dafür bedarf es einer Perspektive für Menschen, die in eine Ausbildung gehen wollen oder in einer Ausbildung sind. Mindeststandards in der Ausbildung müssen ernst genommen, eingehalten und endlich konsequent kontrolliert werden“, so Wiebke Oetken, Bezirksjugendsekretärin des DGB Nord.

Wie schwer die Corona-Pandemie Auszubildende getroffen hat, zeigt sich ganz konkret im Alltag vieler Azubis. Wie die aktuelle Corona-Ausbildungsstudie der DGB-Jugend* belegt, haben fast 60 Prozent der Befragten zumindest Teile ihrer Ausbildung im Homeoffice absolviert. Dabei haben nur 35 Prozent alle Materialien und Geräte zur Verfügung gestellt bekommen, die sie für eine Ausbildung von zu Hause aus brauchen. 20 Prozent haben keinerlei Arbeits- und Lernmittel vom Betrieb erhalten. Besonders erschütternd: Nur einem Drittel der Befragten (33,1 Prozent) standen die Ausbilder*innen während der Homeoffice-Phasen immer zur Verfügung, obwohl die fortlaufende Betreuung im Berufsbildungsgesetz vorgeschrieben ist. Fast die Hälfte der Befragten (45,2 Prozent) vergibt schlechte Noten für die fachliche Qualität der Ausbildung im Homeoffice.

 *Für diese repräsentative Studie auf Bundesebene wurden mehr als 1.000 junge Menschen befragt, die sich im Februar und März 2021 in einer betrieblichen dualen Berufsausbildung oder einem ausbildungsintegrierten dualen Studium befunden haben. Die Corona-Ausbildungsstudie kann hier heruntergeladen werden: https://jugend.dgb.de/meldungen/ausbildung/++co++5317e65c-05aa-11ec-951d-001a4a16011a/file/Corona-Ausbildungsstudie.pdf


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Vita und Pressefoto Laura Pooth

Laura Pooth
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