Deutscher Gewerkschaftsbund

PM - 30.09.2009

Ruhe vor dem Sturm?

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Mit "gemischten Gefühlen" betrachtet der DGB Bezirk Nord die aktuellen Arbeitsmarktzahlen, die die Bundesagentur heute veröffentlichte. In Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern ging die Arbeitslosigkeit gegenüber dem Vormonat zwar noch zurück; der Vergleich mit dem Vorjahresmonat zeigt jedoch schon Anstiege in Hamburg und Schleswig-Holstein an. Die Langzeitarbeitslosigkeit baute sich im Vergleich zum Vormonat in Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein weniger ab als die Arbeitslosigkeit insgesamt; in Hamburg stieg die Langzeitarbeitslosigkeit sogar schon wieder an. In allen drei norddeutschen Bundesländern ist die Zahl der gemeldeten, ungeförderten Stellen rückläufig. In Hamburg und Schleswig-Holstein ist der Stellenrückgang sogar dramatisch hoch. Gleichzeitig haben sich seit Jahresbeginn wesentlich mehr Arbeitnehmer/innen arbeitslos gemeldet als im Vorjahr.

Peter Deutschland, Bezirksvorsitzender des DGB Nord, sieht in den neuen Arbeitsmarktzahlen "dunkle Wolken am arbeitsmarktpolitischen Horizont aufkommen." Es scheine so, dass die Finanz- und Wirtschaftskrise jetzt auf den Arbeitsmarkt überschwappe und die Gefahr drohe, dass Kurzarbeit und das weitere arbeitsmarktpolitische Instrumentarium die Entwicklung von steigender Arbeitslosigkeit nicht mehr auffangen könnten. Die erheblich gestiegene Fluktuation auf dem Arbeitsmarkt zeige an, dass die Arbeitsverhältnisse unsicherer werden und immer mehr Arbeitnehmer/innen von Arbeitslosigkeit betroffen seien. In Mecklenburg-Vorpommern habe jeder zweite Arbeitnehmer diese Erfahrung machen müssen; in Schleswig-Holstein rund jeder vierte und in Hamburg jeder fünfte Beschäftigte. Der Rückgang an gemeldeten Stellen mache deutlich, dass die Erwartungen der Unternehmen an eine spürbare Konjunkturerholung schwach ausgeprägt seien. Die minimalen Wachstumsansätze, die eher als Stagnation zu bezeichnen sind, werden nicht zur Schaffung von zusätzlichen Arbeitsplätzen führen. "Angesichts dieser Warnzeichen kann sich die amtliche Freude über die typische saisonale Herbstbelebung trotz Krise als sehr flüchtig erweisen und in den Wintermonaten und zu Beginn des nächsten Jahres ins Gegenteil verkehren", warnte der DGB Nord-Chef.

Hier ein paar ausgewählte Daten der BA-Statistik, September 2009:
Arbeitslose Hamburg: 78.841; rund 1.800 oder 2,3 % weniger als im Vormonat
Arbeitslose Schleswig-Holstein: 106.887; rund 5.400 oder 4,8 % weniger als im Vormonat
Arbeitslose Mecklenburg-Vorpommern: 105.952; rund 5.600 oder 5,0 % weniger als im Vormonat

Langzeitarbeitslose Hamburg: 21.208; 485 oder 1,4 % mehr als im Vormonat
Langzeitarbeitslose Schleswig-Holstein: 27.825; 88 oder 0,3 % weniger als im VormonatLangzeitarbeitslose Mecklenburg-Vorpommern: 25.296; 804oder 3,1 % weniger als im Vormonat Arbeitslosmeldungen Hamburg: 161.306; rund 17.800 mehr als im VorjahresmonatArbeitslosmeldungen Schleswig-Holstein: 228.922; rund 17.800 mehr als im VorjahresmonatArbeitslosmeldungen Mecklenburg-Vorpommern: 258.311; rund 19.400 mehr als im Vorjahresmonat Gemeldete Stellen Hamburg: 14.281; 5.200 oder 26,7 % weniger als im VorjahresmonatGemeldete Stellen Schleswig-Holstein: 9.772; ca. 2.300 oder 19,0 % weniger als im VorjahresmonatGemeldete Stellen in Mecklenburg-Vorpommern: 5.660; rund 210 oder 3,6 % weniger als im Vorjahresmonat

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