Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 121 - 12.12.2016
Mit Tariftreue raus aus dem Lohnkeller

Niedriglohn bleibt das Hauptproblem des Nordens

Der Deutsche Gewerkschaftsbund Nord (DGB Nord) erwartet von den Arbeitgebern in Schleswig-Holstein wirksame Maßnahmen gegen Niedriglöhne und befristete Beschäftigung. Laut einer aktuellen Mitteilung der Bundesregierung bleibt der Norden der Lohnkeller der Nation. Uwe Polkaehn, Vorsitzender des DGB Nord: „Tarifabschlüsse und Mindestlohn haben zwar einen weiteren Absturz der Löhne verhindert, aber es bleibt noch viel zu tun, um die Arbeitnehmereinkommen zu verbessern. Mehr als ein Drittel aller befristet Beschäftigten in Schleswig-Holstein bekommt nur Niedriglohn, bei den unbefristet Tätigen ist es jeder Fünfte. Dieser alarmierende Trend muss gestoppt werden. Löhne müssen zum Leben und für die Rente reichen. Wer ständig Angst um seine Existenz hat, der wird eher anfällig für Hassparolen. Deshalb dürfen die Arbeitgeberverbände tariflose Zustände in ihren Mitgliedsunternehmen nicht dulden, und Mittel aus den Töpfen der staatlichen Wirtschaftsförderung dürfen nur Firmen mit Tarifvertrag erhalten. Nur mit Tariftreue kommt man raus aus dem Lohnkeller:Auch dazu werden wir die Parteien im Landtagswahlkampf befragen.“

248.000 der 1.098.000 Beschäftigten in Schleswig-Holstein bekamen laut Statistik 2014 nur Niedriglohn – das sind 22,5 Prozent, mehr als im Durchschnitt West (19,3 Prozent). Während bei Vollzeitbeschäftigten jeder Zehnte Niedriglohnempfänger ist, ist es bei Leiharbeitern und Arbeitnehmern ohne Berufsabschluss jeder Zweite. 65 Prozent der Minijobber und Beschäftigten im Gastgewerbe werden niedrig entlohnt. Damit ist der Niedriglohnsektor im Norden größer als im EU-Durchschnitt -

nur im Baltikum, Rumänien und Polen sind die Zahlen noch schlimmer. Bei unseren Nachbarn Dänemark (8,6 % Niedriglohn) und Schweden (2,6 % Niedriglohn) stellt sich die Situation deutlich besser dar.

Etwa jeder fünfte Beschäftigte in Deutschland arbeitet für einen Niedrigstundenlohn von weniger als zehn Euro, im Osten Deutschlands sogar mehr als jeder dritte, so Zahlen aus dem Bundesarbeitsministerium.


Der DGB Bezirk Nord umfasst die Bundesländer Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern. Die Gewerkschaften zählen in den drei Ländern zusammen rund 420.000 Mitglieder. Der DGB ist der Bund der Gewerkschaften. Gemeinsam vertreten der Bund und die Mitgliedsgewerkschaften die gesellschaftlichen, wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Interessen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer.


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Thomas Ritter

 

Kerstin Koch / copyright Peter Bisping

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