Deutscher Gewerkschaftsbund

30.11.2023

25 Jahre gewerkschaftlicher Deutsch-Polnischer Frauenrat

Erklärung des gewerkschaftlichen deutsch-polnischen Frauenrats zur Europawahl

deutsch-polnischer Frauenrat

deutsch-polnischer Frauenrat DGB Nord

Anlässlich des 25-jährigen Bestehens des gewerkschaftlichen deutsch-polnischen Frauenrates fand am Sonnabend, den 28. Oktober 2023 im Parkhotel in Neubrandenburg die Jubiläumsfestveranstaltung statt.

Im Oktober 1997 wurde der gewerkschaftliche deutsch-polnische Frauenrat unter dem Dach des Internationalen Gewerkschaftsrates (IGR) Pomerania gegründet. Engagierte Kolleginnen des DGB aus Neubrandenburg und Stralsund und der NSZZ Solidarność aus dem polnischen Westpommern treffen sich regelmäßig, um grenzüberschreitende gewerkschaftliche Fragestellungen, die sich insbesondere auf die Arbeitssituation von Frauen in beiden Ländern beziehen, zu erörtern und Handlungsableitungen zu treffen. Das Netzwerk arbeitet bereits sehr erfolgreich über 25 Jahre zusammen. Die Festveranstaltung soll Zeit und Raum lassen, um auf Erreichtes zurückzuschauen und die weitere Zusammenarbeit zu besprechen.

Hintergrund und unsere Forderung

Im Jahr 1919 konnten Frauen in Deutschland und Polen das erste Mal wählen und gewählt werden – ein Meilenstein in der Geschichte der Demokratie. Das Stimmrecht war und ist die Grundlage für die Gleichberechtigung und für die politische Teilhabe von Frauen. Es ist für uns daher eine Verpflichtung mit dem Wahlrecht nicht leichtfertig umzugehen.

Der Frauenrat ruft die Kolleginnen und Kollegen, die Bürgerinnen und Bürger auf, von ihrem Wahlrecht Gebrauch zu machen und mit einer hohen Wahlbeteiligung das Europäische Parlament mitzugestalten. 

Die Lebensrealitäten von Frauen und Männern sind nach wie vor unterschiedlich. Frauen übernehmen überwiegend die Haus- und Sorgearbeit. Sie sind in der Politik und im öffentlichen Leben auf lokaler, nationaler und europäischer Ebene unterrepräsentiert.

Seit den Römischen Verträgen von 1957 hat die Gleichstellungspolitik ein großes Gewicht. Dennoch erhalten Frauen weniger Lohn als Männer, im EU-Durchschnitt beträgt der Unterschied rund 13 Prozent, in Polen sind es 4,5 Prozent und in Deutschland 18 Prozent. 

Die Frauen in der EU müssen – wie Männer - in der Lage sein, sich mit ihrer Erwerbstätigkeit finanziell zu versorgen und für Zeiten ohne eigenes Einkommen vorzusorgen. Frauen brauchen auf dem europäischen Arbeitsmarkt faire Chancen für sozialversicherungspflichtige Beschäftigung mit ausreichendem Einkommen.

Wir fordern insbesondere:

spezifische Maßnahmen zur Förderung von Frauen in allen Lebensbereichen der Gesellschaft, um bestehenden Benachteiligungen entgegenzuwirken. 
Faire Aufstiegschancen von Frauen und Maßnahmen, die die Vereinbarkeit von Beruf, Privates und Familienleben erleichtern, wie beispielsweise flexible Arbeitsmarktregelungen und umfangreiche Unterstützungsstrukturen für die Betreuung von Kindern oder Pflegebedürftigen.
die Umsetzung des präventiven Gender Mainstreaming-Prinzips in der europäischen Politik, um Ungleichbehandlungen von Frauen und Männern von vornherein in allen Bereichen zu verhindern.  
Bekämpfung von Geschlechterstereotypen
Verringerung des geschlechtsspezifischen Lohn-, Einkommens- und Rentengefälles und dadurch Bekämpfung der Frauenarmut
die Umsetzung der Istanbul-Konvention und der ILO190-Konvention zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen im häuslichen Umfeld und am Arbeitsplatz.
Förderung gezielter Gleichstellungsprojekte aus Mitteln der Struktur-, Sozial- und Kohäsionsfonds der EU fortzusetzen
 

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DGB Nord                                                                                 regionale Frauensektion der NSZZ
Frauen und Gleichstellungspolitik                                                Solidarność Westpommern  


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