Deutscher Gewerkschaftsbund

31.01.2024

Streit ums Förmchen? Vernünftige Kommunalpolitik!

Cordula Manow

DGB Nord

Cordula Manow sitzt im Schweriner Stadtparlament immer ganz vorne. Sie ist nämlich ehrenamtliche stellvertretende Stadtpräsidentin. Eitelkeiten sind ihre Sache aber nicht, sondern sachorientierte Kommunalpolitik. Davon wünscht sich die stellvertretende Vorsitzende des Landesfrauenrats von ver.di Nord mehr. Sie ist eine Kommunalheldin.

Cordula, warum sollten mehr Gewerkschafter*innen in der Kommunalpolitik mitmachen? 

Weil wir dringend gute Leute brauchen. Das Niveau der politischen Auseinandersetzung ist in den letzten Jahren leider stark gesunken. Gewerkschafter*innen wissen, dass man mit solidarischem Zusammenhalt im Betrieb und in Tarifrunden etwas erreichen kann, auch wenn man am Ende vielleicht einen Kompromiss eingehen muss. So eine Herangehensweise brauchen wir in der Kommunalpolitik auch. Ich hoffe da vor allem auf mehr Frauen.

Warum gerade Frauen?

Als Frau bin ich in der Kommunalpolitik in Schwerin leider klar in der Minderheit. Bei vielen Männern beobachte ich häufig, dass es nur darum geht, die Redezeit voll auszunutzen damit sie in der Liveübertragung zu sehen sind. Im politischen Streit geht es manchmal zu wie im Sandkasten: Du hast mir mein Förmchen weggenommen. Von Frauen würde ich mir einen vernünftigeren, sachorientierteren Umgang erhoffen. 

Und wie kriegt man mehr Frauen in die Kommunalpolitik? 

Indem wir zum Beispiel die Vereinbarkeit mit Familie und Beruf verbessern. da sind wir mit der Landesregierung dran: Die Zeiten der Sitzungen sollen geändert und mehr Teilnahme per Videokonferenz ermöglicht werden, damit lange Anfahrtswege wegfallen. Wir haben auch vorgeschlagen, dass es einen Lohnausgleich gibt, wenn Sitzungstermine in die Arbeitszeit fallen. 

Trotzdem ist Kommunalpolitik ein Ehrenamt, das auf viele abschreckend wirkt 

Politik ist ein zähes Geschäft. Ein Projekt umzusetzen dauert manchmal viele Jahre. Aber aktuell missbrauchen gerade Vertreter*innen einer Partei von Rechts die Kommunalpolitik, um über Themen zu sprechen, die wir vor Ort gar nicht beeinflussen können. Deswegen brauchen wir mehr Engagierte, die etwas entgegensetzen. 

Was setzt Du denn entgegen? 

Ich kümmere mich um Themen, bei denen ich etwas bewirken kann. Zum Beispiel habe ich mit vorangetrieben, dass Schüler*innen nach der Grundschule in Schwerin jetzt kostenlos den ÖPNV nutzen können. Wir haben den Generationenpark weiterentwickelt. Aktuell arbeite ich daran, dass wir die Erreichbarkeit und Zugänge zu den Schweriner Seen verbessern.

Was rätst Du allen, die sich engagieren wollen? 

Allein kommst Du nicht voran. Schließ Dich einer Partei oder einer Gruppe an und bring dich dort ein. Und lass dich nicht so schnell abschrecken. Die anderen kochen auch nur mit Wasser.

 


Superkraft Demokratie: Holt sie euch auch!

 

 

Mitmachen! Stellt euch auf, beteiligt euch, mischt euch ein. es gibt viele Möglichkeiten, sich in der Kommunalpolitik zu engagieren. Zusammen sind wir die Superkraft Demokratie.

Kommunalhelden

DGB Nord


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