Deutscher Gewerkschaftsbund

10.10.2020
Zukunftsdialog

Was bewegt die Menschen?

Zukunftsdialog im Norden –
Nachhaltig heißt auch sozial!


„Was bewegt die Menschen?“ Darüber will der DGB- Zukunftsdialog einen breiten gesellschaftlichen Dialog führen. Zum nachhaltigen Umbau der Wirtschaft und Gesellschaft gehört neben dem ökologischen Wandel die sozial gerechte Transformation.

Aber was bedeutet das für die Regionen? Wie kann Gute Arbeit dort konkret aussehen? Was heißt soziale Nachhaltigkeit vor Ort? In Vorpommern müssen sicherlich andere Antworten gefunden werden als in Lübeck, in Schwerin andere als in Nordfriesland.
In den Regionen des DGB Bezirk Nord sind vier Initiativen des DGB-Zukunftsdialogs entstanden. Die Themen wurden durch die aktiven Kolleg*innen vor Ort gesetzt. Es zeigt sich, dass vor allem Fragen zur nachhaltigen und verbesserten Mobilität von Beschäftigten, aber auch Themen der nachhaltigen Energieversorgung, den Menschen vor Ort unter den Nägeln brennen.

 

1 Mobilität in Ostholstein – Das Beispiel Bäderbahn

Ein zentraler Bestandteil des öffentlichen Nahverkehrs in Ostholstein ist derzeit noch die Bäderbahn, die mehrere Ostseebäder mit Lübeck verbindet. Nach Fertigstellung einer neuen elektrifizierten Bahnlinie zwischen Hamburg und Puttgarden, die für 2028 erwartet wird, soll die Bäderbahn eingestellt werden. Der DGB-KV Ostholstein lehnt dies ab und unterstützt die Anliegen der Aktivgruppe Timmendorfer Strand und der Bürgerinitiative Pro Bäderbahn zum Erhalt der Trasse.

Im Rahmen des Zukunftsdialogs soll die geplante Stilllegung noch einmal explizit aus Sicht der Beschäftigten beleuchtet werden: Was würde der Wegfall der Bäderbahn für die Arbeitnehmer*innen vor Ort und die pendelnden Beschäftigten bedeuten?

Der DGB wird dafür eine Befragung der Betriebs- und Personalräte aus Betrieben vor Ort zu den drängendsten Problemen zum Thema berufliche Mobilität in Ostholstein und zur geplanten Stilllegung der Bäderbahn durchführen. Die Ergebnisse sollen als Anstoß zur Diskussion mit Politik, Verbänden, Organisationen/Initiativen und Beschäftigten genutzt werden. 

Was ist konkret geplant?

  • Befragung von Betriebs- und Personalräten zur beruflichen Mobilität von Beschäftigten aus der Region
  • Veranstaltung mit Betriebs- und Personalrät*innen, Beschäftigten, JAVn, Bürger*innen, Vertreter*innen der Bürgerinitiativen (Scharbeutz und Timmendorfer Strand), Verbände, Gewerbetreibenden, Politikvertreter*innen etc. zum Erhalt der Bäderbahn

 

2 Stadt und Landkreis Rostock – Die Infrastruktur für berufliche Mobilität ökologisch und sozial gestalten

In der Stadt und im Landkreis Rostock gibt es viele berufsbedingte Pendlerbewegungen – Menschen arbeiten in der Stadt und wohnen im Landkreis und umgekehrt. Der Trend ist steigend, als Ursache hat die IG BAU die hohen Mieten und Immobilienpreise identifiziert, vor allem dort, wo besonders viele Arbeitsplätze entstanden sind. Diese Situation ist sowohl ökologisch als auch sozial unbefriedigend. Ziel muss es sein, Arbeitswege kurz zu halten, bezahlbaren Wohnraum in Arbeitsnähe zur Verfügung zu stellen und die Mobilität durch den öffentlichen Nahverkehr und Radwege so zu gestalten, dass sie eine echte Alternative zum motorisierten Individualverkehr bieten.

Der DGB will sich für diese Ziele einsetzen. Um konkrete Forderungen entwickeln zu können, plant der DGB eine Befragung der Betriebs- und Personalräte zu den drängendsten Problemen in der Stadt und im Landkreis Rostock. Die Forderungen sollen im nächsten Schritt mit Vertreter*innen von Politik, Verbänden und weiteren interessierten Organisationen/Initiativen diskutiert werden.

Was ist konkret geplant?

  • Befragung von Betriebs- und Personalräten zur beruflichen Mobilität von Beschäftigten aus der Region
  • Veranstaltung mit Betriebs- und Personalrät*innen und verschiedenen lokalen Akteur*innen zu Herausforderungen der beruflichen Mobilität von Arbeitnehmer*innen in Stadt und Landkreis Rostock

 

3 Smart Kiel – Ideen für eine nachhaltige und demokratische Energieversorgung für die Stadt und Region Kiel

In Kiel treffen derzeit gleich zwei nachhaltige Veränderungen aufeinander: zum einen das Thema Wasserstoff, als regenerative Energiequelle der Zukunft. Zum anderen der Aufbau digitaler Kommunikations- und Energienetze unter dem Schlagwort Smart City bzw. Smart Country. Was verbirgt sich hinter diesen Vorhaben und welche Leitprinzipien sollten für die Umsetzung gelten? Kommunale Trägerschaft, ein breiter Dialog und die Beteiligung der Bürger*innen und lokaler und regionaler Akteur*innen sind hier für den DGB zentrale Voraussetzungen.

Mit den Betriebsräten der Stadtwerke Kiel, Schleswig und Neumünster wurde eine erste Initiative gestartet, um nachhaltige Energieversorgung und digitale Steuerung in diese Richtung voranzutreiben. Ziel des Projektes ist es, zu einer gemeinsamen Haltung zu gelangen und darauf aufbauend Forderungen und weitere Prozessschritte zu formulieren, die dann ggf. mit einer breiteren regionalen Öffentlichkeit aus Wirtschafts- und Arbeitswelt und Politik diskutiert werden.

Was ist konkret geplant?

  • Workshop mit Betriebs- und Personalräten zum Thema Smart City /Region Kiel
  • Diskussion und Ableitung gemeinsamer Forderungen
  • Veranstaltung mit regionalen Akteur*innen (Kommission Gute Arbeit, Gewerkschaften, Betriebs- und Personalräte, Bürger*innen, Unternehmer*innen) zu den Inhalten und Forderungen der Initiative

 

4 Nachhaltige Mobilität für Harburg – verbesserte Anbindung an Hamburg nördlich der Elbe

Viele Berufspendler*innen erleben es jeden Tag aufs Neue: die Anbindung von Harburg an die Hamburger City durch den ÖPNV ist stark verbesserungswürdig. Der Hamburger Süden wächst und die Pendlerbewegungen nehmen seit Jahren zu. Viele arbeiten nördlich der Elbe und wohnen in Harburg und umgekehrt – Tendenz steigend. Für die nächsten Jahre machen Nachverdichtungen und neue Wohnquartiere eine verbesserte Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel zusätzlich erforderlich. In der Diskussion sind schon seit längerem der Ausbau von S- und/oder U-Bahn und eine zweite Elbquerung.

Der DGB will sich dafür einsetzen, dass ein nachhaltiges Verkehrskonzept für den Hamburger Süden entwickelt wird. Um Forderungen zu entwickeln, werden Betriebs- und Personalräte aus Betrieben in Harburg zur aktuellen Situation befragt. Außerdem sollen Pendlerbewegungen analysiert und die Ergebnisse als Diskussionsgrundlage genutzt werden.

Was ist konkret geplant?

  • Befragung von Betriebs- und Personalräten zur beruflichen Mobilität von Beschäftigten aus Harburg
  • Analyse von verfügbaren Pendlerdaten • Veranstaltung mit Betriebs- und Personalrät*innen und verschiedenen lokalen Akteur*innen

 


Was ist der DGB-Zukunftsdialog?

Der DGB und seine Mitgliedsgewerkschaften haben sich zum Ziel gesetzt, die Menschen in Deutschland zu fragen, wie sie sich ein gutes Leben und Arbeiten jetzt und in Zukunft vorstellen. Der DGB lädt dazu in ganz Deutschland zu Veranstaltungen und Aktionen ein. Online können alle mitmachen und Debattenbeiträge einbringen unter www.redenwirueber.de.


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