Der DGB Hamburg zeigt sich alarmiert über die angekündigten Einsparungen bei Integrations- und Sprachkursen.
DGB-Hamburg-Vorsitzende Tanja Chawla: „Diese Entscheidung ist zuallererst ein Schlag ins Gesicht derjenigen, die diese Kurse brauchen und für die Weiterbildungsträger in Hamburg. Eine derart kurzsichtige Politik gefährdet sowohl unseren gesellschaftlichen Zusammenhalt als auch die Fachkräftesicherung. Was wir brauchen, ist eine Integrationspolitik, die Menschen stärkt und Perspektiven schafft. Kürzungen sind ein fataler Rückschritt – für die Betroffenen, für die Wirtschaft und für die gesamte Gesellschaft. Deshalb sagen wir: Kurs halten statt Kurs streichen. Wir sind froh, dass Hamburgs Schul-, Wirtschafts- und Sozialsenatorinnen diesen besorgniserregenden Schritt so klar kritisiert haben. Wir gehen davon aus, dass der Hamburger Senat jetzt auf der Bundesebene alles dafür tut diese integrationspolitisch katastrophale, Entscheidung zurückzunehmen.“
Aus Sicht der Gewerkschaft droht die Bundesregierung damit, zentrale Grundlagen für erfolgreiche Integration, soziale Teilhabe und die Sicherung des Fachkräftebedarfs zu untergraben. “Einsparungen senden das fatale Signal, dass Integration zweitrangig sei. Sprach- und Integrationskurse sind eben keine freiwillige Zusatzleistung, sondern ein unverzichtbarer Bestandteil einer funktionierenden Einwanderungsgesellschaft”, so Chawla. “Wer hier spart, spart an der falschen Stelle – und riskiert langfristig deutlich höhere gesellschaftliche und wirtschaftliche Kosten.”
Angesichts des demografischen Wandels und des akuten Fachkräftemangels sei es widersprüchlich, ausgerechnet bei den Maßnahmen zu sparen, die Menschen fit für den Arbeitsmarkt machen. “Unternehmen in Deutschland suchen händeringend qualifizierte Arbeitskräfte. Sprachkurse sind der erste Schritt, damit Menschen ihre Kompetenzen einbringen können. Wer hier kürzt, handelt wirtschaftlich unvernünftig” gibt Tanja Chawla zu bedenken.
Der DGB Hamburg warnt davor, dass Kürzungen zu längeren Wartezeiten, weniger Kursangeboten und schlechteren Lernbedingungen führen werden. Dies treffe besonders Menschen, die neu in Deutschland ankommen und schnell Orientierung benötigen. Tanja Chawla betont abschließend: “Integration braucht Verlässlichkeit statt Kürzungen und gelingt nur, wenn Menschen früh Zugang zu Sprache, Bildung und Arbeit erhalten. Jede Verzögerung erschwert den Einstieg und fördert soziale Isolation.”