Laura Pooth: „Die Ergebnisse haben Stärken und Schwächen“
„Die Ergebnisse machen deutlich, dass sich die Kritik der Gewerkschaften an den ursprünglichen Plänen gelohnt hat. Nicht alles konnten wir stoppen, Schlimmeres aber verhindern.
Gut ist das klare Bekenntnis zur Mitbestimmung und dass durch die Steuerreform mehr Netto vom Brutto bei den Beschäftigten bleibt. Kritisch sehen wir die Ausweitung sachgrundloser Befristungen auf vier Jahre. Das ist ein unnötiger Einschnitt und ein Angriff auf Beschäftigtenrechte. Auch mit der Abschaffung der telefonischen Krankschreibung und der verpflichtenden Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung ab dem ersten Tag wurde den Arbeitgebern eine unsoziale Wunschliste erfüllt, die mehr Menschen in die Unsicherheit entlassen und die Hausarztpraxen überfordern wird. Die Ergebnisse machen deutlich, gewerkschaftliche Expertise zählt, und wir dringen mit unseren Hinweisen und unserer Kritik durch. Gerade weil noch vieles in der Umsetzung konkretisiert werden muss, wird der DGB den anstehenden Reformprozess konstruktiv und engagiert begleiten. Wir sind immer bereit, Verantwortung zu übernehmen – und erwarten dasselbe von Arbeitgebern und Politik."