Am 27. Februar 2026 ist Equal Pay Day. Bis zu diesem Tag arbeiten die Frauen rein statistisch betrachtet unentgeltlich. In Mecklenburg-Vorpommern verdienen Frauen im Schnitt 4 Prozent weniger als Männer und haben damit jährlich 451€ weniger im Portemonnaie. Der sogenannte Gender Pay Gap ist in Mecklenburg-Vorpommern deutlich niedriger als im Bundeschnitt, dort beträgt er 16 Prozent.
Ein Grund für die geringere Lohnlücke im Norden ist der Mindestlohn, von dem Frauen in Mecklenburg-Vorpommern besonders profitieren. In Mecklenburg-Vorpommern arbeiten etwa 134.000 Beschäftigte zum Mindestlohn — das entspricht 22 Prozent aller Beschäftigungsverhältnisse. Vor allem im Gastgewerbe ist der Mindestlohn sehr weit verbreitet. Hier arbeitet deutlich mehr als die Hälfte (61,2 Prozent) zum Mindestlohn.
Laura Pooth, Vorsitzende DGB Nord: „Die Lohnlücke ist kein Naturgesetz. Sie ist das Ergebnis struktureller Ungleichheit: ungleich verteilte Sorgearbeit, Teilzeitfalle und fehlende Betreuungsangebote für Kinder bis ins Schulalter sowie für Menschen mit Unterstützungsbedarf sind maßgebliche Ursachen des Gender Pay Gap.“
Für mehr Gerechtigkeit auf dem Lohnzettel braucht es Transparenz. Die EU hat dafür einen Rahmen vorgegeben, der bis Mitte 2026 auch in deutsches Recht umgesetzt werden muss. Werden die EU-Vorgaben in Deutschland Gesetz, sind die Arbeitgeber stärker in der Pflicht, ihre Entgeltpraxis zu überprüfen, Benachteiligungen aufzudecken und sie zu beseitigen.
„Die frauendominierten Berufe müssen durch höhere Löhne aufgewertet werden. Tarifverträge schaffen mehr Geschlechtergerechtigkeit. Auch deshalb müssen wir die Tarifbindung stärken“, fordert Pooth.
Aber auch die Unternehmen seien in der Pflicht, die unterschiedlichen Bedürfnisse der Beschäftigten zu berücksichtigen. „Setzen wir nicht auf das Know-how gut ausgebildeter Frauen, die in Teilzeit- oder Minijob kleben, verstärken sich die Fachkräfteengpässe in Zukunft noch“, so Pooth.
Das Aktionsbündnis Equal Pay Day MV, bestehend aus DGB Nord, Landesfrauenrat M-V e.V., LAG der kommunalen Gleichstellungsbeauftragten, Frauenbildungsnetz MV e.V. sowie ISBW gGmbH, lädt am 27. Februar, 17 Uhr zur Equal Pay Day Neujahrsparty nach Greifswald in die Straze ein.
Hintergrund: Der Equal Pay Day kann auch als „Neujahr für Frauen“ bezeichnet werden, weil er den Tag im Jahr markiert, bis zu den Frauen statistisch gesehen unentgeltlich arbeiten, während Männer bereits ab den 1. Januar für ihre Arbeit bezahlt werden.