Bereits zum dritten Mal rufen die Gewerkschaften in Kiel dazu auf, gegen die geplanten Änderungen des Arbeitszeitgesetzes auf die Straße zu gehen.
„Die Belastungsgrenze für viele Beschäftigte ist heute an vielen Stellen überschritten. Wir erleben gerade im Bereich des öffentlichen Dienstes extreme Belastungen. Ob im Bereich des öffentlichen Nahverkehrs, in den Kliniken oder Kitas springen Kolleginnen und Kollegen immer wieder ungeplant ein und leisten viele Überstunden. Dann von Life-Style-Teilzeit oder vermeintlich faulen Beschäftigten zu sprechen, ist zynisch.“, so Manuel Gellenthin, verdi Geschäftsführer Kiel/Plön.
„Wir haben als Gewerkschaften immer darum gekämpft, dass aus technischem Fortschritt auch sozialer Fortschritt wird. Neben anständigen Löhnen gehört auch dazu, dass der an die Kolleginnen und Kollegen weitergegeben wird. Sie – und nicht einige Milliardäre – erwirtschaften den Wohlstand in diesem Land. Sie haben Wertschätzung und nicht Abbau von Schutzrechten verdient.“, so Stephanie Schmoliner, 1.Bevollmächtige der IG Metall Kiel-Neumünster.
„Die Kolleginnen und Kollegen haben die Schnauze gestrichen voll. Während das Leben immer teurer wird, schwadronieren Eliten in Wirtschaft, Politik und Wissenschaft davon, dass mehr gearbeitet werden muss und wir uns den Sozialstaat nicht mehr so leisten können. Gleichzeitig sollen hohe Vermögen und Einkommen unangetastet oder gar entlastet werden. Die Kolleginnen und Kollegen werden dieses nicht kampflos hinnehmen. Deshalb demonstrieren wir!“, so Mathias Stein, DGB-Regionsgeschäftsführer.
Demonstration gegen geplante Änderungen des Arbeitszeitgesetzes – Programm:
Die Demonstration startet um 10:30 Uhr auf dem Asmus-Bremer-Platz mit einer Auftaktkundgebung. Dort sprechen die 1. Bevollmächtigte der IG Metall Kiel-Neumünster, Stephanie Schmoliner und Kolleginnen und Kollegen aus Kieler Betrieben.
Im Anschluss wird der Demonstrationszug Station vor der Landesgeschäftsstelle der SPD Schleswig-Holstein (gegen 11:15 Uhr) machen. Dort wird eine Kollegin aus dem Bereich der Sozial- und Erziehungsdienst deutlich machen, was eine Ausweitung der Arbeitszeiten in diesem Bereich bedeutet. Eine Vertreterin der SPD Schleswig-Holstein bekommt die Gelegenheit zur Stellungnahme.
Zum Abschluss werden die Demonstrierenden vor der CDU Landesgeschäftsstelle (gegen 12:00 Uhr) deutlich machen, dass insbesondere die verbalen Angriffe des Bundeskanzlers und CDU Vorsitzenden Friedrich Merz auf die Rechte von Beschäftigten nicht hingenommen werden.
Die CDU Schleswig-Holstein bekommt ebenfalls die Möglichkeit einer Stellungnahme.
Ausweitung der täglichen Arbeitszeit von über 10 Stunden durch Änderungen des Arbeitszeitgesetzes
Hintergrund der Demonstrationen sind die geplanten Änderungen des Arbeitszeitgesetzes, die eine Ausweitung der täglichen Arbeitszeit von über 10 Stunden ermöglichen soll. Ebenso wird thematisiert werden die diskutierten Verschlechterungen von sozialen Leistungen im Bereich der Kranken-, Pflege- und Rentenversicherung.