Deutscher Gewerkschaftsbund

29.12.2021

Booster für den Norden

Zukunftschancen für gute und sichere Arbeit nutzen

Windenergie

BurningWell/pixabay

„2022 muss ein Jahr des Aufbruchs für die Beschäftigten im Norden werden.“

Das sagte die neue DGB Nord-Vorsitzende Laura Pooth zum Jahreswechsel. „Die neue Bundesregierung in Berlin und die neuen Landesregierung in Mecklenburg-Vorpommern müssen der Booster für gute und sichere Arbeitsplätze im Norden sein. Große Chancen bietet außerdem die Landtagswahl in Schleswig-Holstein im Mai. Es muss nur endlich das große Potenzial des Nordens für erneuerbare Energien und den Klimaschutz genutzt werden“, so Pooth weiter.
„Allerdings brauchen wir einen deutlich zügigeren Ausbau von erneuerbaren Energien. Um die Beschäftigung zu sichern, muss der Strompreis gesenkt und grüner Wasserstoff wettbewerbsfähig gemacht werden. Die gesetzlichen Rahmenbedingungen müssen endlich so verändert werden, dass die Energiewende in der Praxis auch funktioniert und sozial abgesichert wird.“

Der Norden müsse endlich die sich bietenden Chancen ergreifen und die Billiglohnregion hinter sich lassen, sagte die neue DGB-Vorsitzende weiter: „In Schleswig-Holstein sind fast 46 Prozent der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in einem atypischen Beschäftigungsverhältnis. In Vergleich zum Bund arbeiten anteilig mehr Menschen in Teilzeit, Leiharbeit oder im Minijob. Mit Niedriglöhnen und Befristungen gewinnt man aber weder Fachkräfte noch Kaufkraft. Wir brauchen in Schleswig-Holstein wieder ein Tariftreuegesetz. Und zwar eins, das den Namen verdient. Deshalb sagen wir ganz klar:

Wo öffentliche Gelder oder Steuergelder fließen, muss es gute Arbeit geben, damit überhaupt ein Gewinn für die gesamte Gesellschaft damit verbunden ist.“

Ingo Schlüter, stellvertretender Vorsitzender DGB Nord, formulierte große Erwartungen an die neue Landesregierung in Mecklenburg-Vorpommern. „Unsere Forderung „Gutes Steuergeld nur für Gute Arbeit“ steht im Zentrum der Politik der neuen Landesregierung. Fördermittel und Vergabe werden an den Tariflohn gebunden. Die Koalitionsvereinbarung entspricht in weiten Teilen dem vom DGB Nord geforderten Aufschlag bei den Themen Transformation und Industriepolitik. Dass die Koalition den internationalen Frauentag am 8. März zum gesetzlichen Feiertag in Mecklenburg-Vorpommern erklären wird, ist ein Erfolg der Gewerkschaften.“

Mit Blick auf den Koalitionsvertrag der Ampel in Berlin sagte die neue DGB-Vorsitzende Laura Pooth: „Der zentrale Satz des Koalitionsvertrages ist für uns, dass wir Herausforderungen wie die Bekämpfung des Klimawandels und die Digitalisierung nur mit den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern gemeinsam erfolgreich gestalten können. Das ist ein gutes Signal. Konkret wird der Mindestlohn von 12 Euro vielen Beschäftigten helfen. Völlig verfehlt ist hingegen die Anhebung der Hinzuverdienstgrenze von Minijobs. Minijobs sind für viele Menschen – vor allem für Frauen – eine Falle und verdrängen sozial abgesicherte Arbeitsplätze. Der DGB fordert seit langem eine Minijobreform, mit der die kleinen Teilzeitarbeitsverhältnisse von Anfang an in die Sozialversicherung einbezogen werden.“ Die Aussage der neuen Bundesregierung, ab 2023 zur Schuldenbremse zurückzukehren, hält die neue DGB Nord-Vorsitzende für das falsche Signal.

„Wenn die Gesellschaft zusammengehalten werden soll, braucht es massive Investitionen. Wir müssen die Folgen der Corona-Pandemie abfedern und den Klimawandel in den Griff bekommen.“

Vom 1. März bis zum 31. Mai 2022 finden auch in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern Betriebsratswahlen statt. Ob Arbeitsschutz, Tarifvertrags- und Arbeitszeitregelungen oder Betriebsvereinbarungen: Der Betriebsrat vertritt die Interessen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer gegenüber dem Arbeitgeber. Dort, wo es Betriebsräte gibt, sind die Entgelte nachweislich höher, die Arbeitsbedingungen besser, die Arbeitsplätze sicherer - und die Unternehmen wirtschaftlich sogar erfolgreicher.
Insgesamt verhandeln die DGB Gewerkschaften 2022 für mehr als 12 Millionen Beschäftigte neue Vergütungstarifverträge, auch bei uns im Norden.

„Die Gewerkschaften werden auch in Zukunft dafür kämpfen, dass 2022 kein Jahr des Rückschritts für die Beschäftigten im Norden wird. Arbeitsplatzsicherung und Sozialstaat, Tarifbindung, auskömmliche Löhne und Renten sind nötiger denn je. Die Mitgliedschaft in einer DGB-Gewerkschaft schafft für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in der Krise den größten Schutz“, so Pooth abschließend.


Nach oben

Laura Pooth

DGB Nord
Aktuelle Pressefotos
weiterlesen …

Immer auf dem Laufenden

RSS-Feed

Subscribe to RSS feed
RSS-Feed DGB Bezirk Nord

DGB Zukunftsdialog

Corona-Infos

Co­ro­na: Al­les, was Be­schäf­tig­te jetzt wis­sen müs­sen

Die Corona-Pandemie hält an. Für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer stellen sich immer wieder neue Fragen. Wir haben die wichtigsten Antworten.

weiterlesen …

DGB/Kateryna Kon/123rf.com
DGB Nord
Lohnspiegel
lohnspiegel.de