Der Norden hat riesiges Potenzial - nutzen wir es richtig!
Wir brauchen gute, sichere Arbeitsplätze
Rund eine Million Menschen arbeiten in norddeutschen Industrieunternehmen. Norddeutschland ist ein bedeutender Industriestandort.
Mehr als das: Der Norden kann mit seinem Potenzial zu einer weltweit beispielgebenden Modellregion für eine sozial gerechte Energiewende, eine klimaneutrale Industrie und die Arbeitsplätze der Zukunft werden.
Als DGB ist unser wichtigstes Anliegen, dass die Industrie den Beschäftigten gute tariflich entlohnte Arbeitsplätze sichert und die Basis für einen starken, klimaneutralen Wirtschaftsstandort legt.
Die Industrie im Norden hat eine große Verantwortung
Der Norden verfügt über viel grüne Energie, riesige Speichermöglichkeiten, qualifizierte Beschäftigte und eine große Import- und Hafeninfrastruktur.
Um diese Vorteile auch im internationalen Wettbewerb um die zukunftsträchtigsten Technologien zu nutzen, braucht es gezielte politische Maßnahmen.
Deswegen haben wir gemeinsam mit dem DGB Niedersachsen - Bremen - Sachsen-Anhalt einen Zukunftsplan entwickelt. Unsere wichtigsten fünf Punkte:
Unser Zukunftsplan für den Norden
- Investitionsagenda: Mehr als 7,5 Mrd. Euro sind jährlich für öffentliche Klimainvestitionen und die Förderung privater Investitionen in den norddeutschen Bundesländern erforderlich. Die aktuelle Reform der Schuldenbremse und das neue Infrastruktur-Sondervermögen müssen als Grundlage für gut abgestimmte Investitionsprogramme der norddeutschen Länder genutzt werden.
- Energieversorgung: Günstiger erneuerbarer Strom ist unverzichtbar, um Wohlstand und Beschäftigung zu fördern und gleichzeitig das Klima zu schützen. Nur mit erneuerbarer Energie aus Norddeutschland und mit einem zügigen Netzausbau wird die Energiewende gelingen. Die Bundesregierung muss dafür die Netzentgelte, die Umlagen und die Stromsteuer senken.
- Stufenpläne: Im Rahmen von sozialpartnerschaftlichen Branchendialogen müssen branchenspezifische Stufenpläne entlang der vielfältigen Handlungsfelder zur Reduzierung des CO2-Ausstoßes aufgestellt werden. Hier beraten Arbeitnehmervertreter*innen mit den Arbeitgebern, was die Unternehmen konkret an industriepolitischen Maßnahmen benötigen, um die klimapolitischen Ziele zu erreichen und gleichzeitig den Industriestandort Norddeutschland zu stärken.
- Just Transition: In Krisen und Umbrüchen hat sich immer in besonderer Weise der Wert von Mitbestimmung und der Aushandlung von branchenspezifischen Tarifverträgen durch Gewerkschaften und Arbeitgeberverbänden gezeigt. Dies müssen sich die norddeutschen Länder auch angesichts der aktuellen Herausforderungen zu Nutze machen, damit der Wandel demokratisch und gerecht für alle gestaltet wird.
- Norddeutsche Kooperation: Norddeutschland braucht eine gemeinsame Industriestrategie für einen erfolgreichen Wandel – über Ländergrenzen hinweg -, um die Chancen zusammen nutzen zu können.
Studie Industriepolitik
Hier gibt es die DGB-Studie „Industriepolitik in der sozial-ökologischen Transformation Norddeutschlands“ zum Download. Verfasst wurde sie von der „Forschungsgruppe für Strukturwandel & Finanzpolitik“.
Die Studie zeigt die wichtigsten Handlungsfelder für eine umfassende Modernisierung der norddeutschen Industrie auf, wo die Bundesländer direkt aktiv werden können, und bietet zahlreiche Ansatzpunkte für eine gemeinsame norddeutsche Industriestrategie der Zukunft.
Was wir im Norden für die Beschäftigten in der Industrie tun
In unseren drei Ländern reden wir als DGB Nord überall dort mit, wo es um gute Arbeit und Arbeitsplatzsicherheit für die Beschäftigten und eine klimaneutrale Zukunft geht. Vier Beispiele
Industrie-Trilog in Schleswig-Holstein
Im Austausch bleiben – für eine Industriepolitik im Norden, die den Beschäftigten gute, sichere Perspektiven gibt. Das ist der Sinn hinter dem Industrie-Trilog zwischen den Sozialpartner*innen und der Politik. Regelmäßig gibt es Treffen, gemeinsame Erklärungen und auch Forderungen Richtung Bundespolitik, zum Beispiel wenn es um die Energiepreise geht. Natürlich sind nicht immer alle einer Meinung, aber alle eint dasselbe Ziel: Die Wirtschaft voranbringen, Arbeitsplätze sichern und neue schaffen. Hier geht es zum gemeinsamen Statement zur Industriepolitik aus dem Jahr 2025.
Brunsbüttel
Seit dem Jahr 2015 besteht das Industriepolitische Bündnis Brunsbüttel zwischen der Werkleiterrunde des Chemcoastpark und dem DGB Nord. Das Bündnis macht sich stark für gute Arbeit, für gute Infrastruktur, für einen gelingenden Wandel auf dem Weg zur klimaneutralen Produktion, für einen gelingenden Strukturwandel mit Blick auf die Energiewende. So sollen Wohlstand und die Zukunft der Region gesichert werden. Das Bündnis ist im stetigen Dialog, erarbeitet gemeinsame Forderungen und tritt gemeinsam an die Öffentlichkeit.
Der Chemcoastpark Brunsbüttel ist das größte zusammenhängende Industriegebiet Schleswig-Holsteins. Es hat sich in den vergangenen 50 Jahren zu einem echten Hotspot entwickelt. Auf einer Gesamtfläche von etwa 2.000 Hektar befindet sich heute eine vielseitige Industrielandschaft mit namenhaften Unternehmen aus der Chemie- und Mineralölwirtschaft, Energieerzeugern, Logistikern und Häfen. Rund 4.500 Beschäftigte und 12.500 indirekt Beschäftigte sichern mit ihrer Arbeit den Wohlstand der Region.
DGB Nord
Wir haben die Chance, Einmaliges zu schaffen. In der Region Brunsbüttel können wir der Welt zeigen, wie sozial-ökologischer Wandel in Verbindung mit Guter Arbeit gelingen kann.
Ein Masterplan in Hamburg
Gemeinsam mit Senat, Industrieverband und Handelskammer bringen wir in Hamburg den Masterplan Industrie voran. Ziel ist es eng zu kooperieren, wenn es darum geht eine zukunftsfähige Entwicklung voranzubringen.
Uns ist es wichtig zu zeigen, dass Hamburg im Verbund mit den norddeutschen Ländern eine erfolgreiche Energiewende, klimafreundliche Industrieproduktion mit Guter Arbeit und Beschäftigungssicherung verknüpfen kann. Dazu braucht es Planungssicherheit, gute Rahmenbedingungen und mehr Investitionen. Wir dürfen nicht zulassen, dass die Schuldenbremse unsere Zukunft weiter ausbremst.
Das Zukunftsbündnis in Mecklenburg-Vorpommern
Wir arbeiten mit am „Industriepolitischen Konzept für Mecklenburg-Vorpommern 2030“ als wichtiges, gemeinsam erarbeitetes Leitwerk für die grundsätzliche Wirtschafts- und Strukturpolitik des Landes. Als DGB Nord ist unser Ziel auch hier, Arbeitsplätze zu sichern und gute Arbeitsbedingungen und umfassende Tarifbindung voranzubringen. So heißt es im gemeinsamen Industriepolitischen Papier: „Die Industrie im Sinne der industriellen Produktion im Land wird weiter qualitativ und quantitativ wachsen. Dabei gehen wirtschaftliches Wachstum, die Sicherung und Schaffung von Arbeitsplätzen und die Gewährleistung attraktiver Arbeitsbedingungen sowie ökologische Nachhaltigkeit Hand in Hand.“
Mehr zum Zukunftsbündnis in Mecklenburg-Vorpommern gibt es unter diesem Link.
Unsere Ansprechpartner*innen
DGB Bezirk Nord