„In Teilen gut und richtig, in Teilen an der Lebensrealität vorbei.“ So bewertet der DGB Nord die Vorschläge der Rentenkommission.
Daniel Taprogge, stellvertretender Vorsitzender des DGB Nord:
„Positiv ist, dass die Rentenkommission die Alterssicherung bei mindestens 70 Prozent ansetzt. Richtig ist es auch, die Minijobs abzuschaffen und mehr Berufsgruppen in die Rentenkasse einzahlen zu lassen. Die Rente nach 45 Beitragsjahren abzuschaffen, das Rentenalter zu erhöhen und den Renteneintritt an die Lebenserwartung zu koppeln, ist dagegen ein schwerer Fehler und geht vor allem zulasten derjenigen, die aus gesundheitlichen Gründen früher in Rente gehen müssen.
Die Vorschläge sind eine Grundlage, auf der weiter diskutiert werden muss. Viele Fragen sind noch offen. Da darf jetzt keine Hektik ausbrechen, denn wir brauchen am Ende ein tragfähiges Ergebnis. Denn Rentenpolitik ist keine reine Mathematik, sondern eine Frage der Gerechtigkeit.
Für die Beschäftigten in Mecklenburg-Vorpommern sind eine Stabilisierung und ein hohes Niveau der gesetzlichen Rente entscheidend. Gerade in Ostdeutschland konnten die Kolleg*innen weniger privat vorsorgen, auch eine betriebliche Altersvorsorge durch die Arbeitgeber fällt für viele Beschäftigte aus. Wir werden uns als Stimme der künftigen Rentner*innen weiter für eine gute gesetzliche Rente stark machen. Deswegen haben wir als DGB eine eigene Rentenkommission beauftragt, Vorschläge für die Debatte zu machen.“