Offener Brief statt Sommerpause für demokratiestiftende Arbeit in MV

Akteure der Beratungs- und Bildungsarbeit in Mecklenburg-Vorpommern veröffentlichen Appell zur Sicherung ihrer Arbeit

Datum

Ordnungsnummer 46

Während der Urlaubssaison beschäftigt Initiativen, Träger und Vereine der zivilgesellschaftlichen Beratungs- und Bildungsarbeit die ungewisse Zukunft ihrer Arbeit. Im Herbst fällt die Landtagswahl in MV mit den aufwändigen Bemühungen um den Erhalt der Projekte für 2027 zusammen. Anlass genug für einen Entschluss: Die demokratische Infrastruktur in MV braucht politische und gesellschaftliche Aufmerksamkeit – vor allem in Zeiten des Umbruchs. 

Ein Netzwerk aus unterschiedlichen Akteuren ist dafür nun auf dem Weg. Ein offener Brief fokussiert zunächst politische Entscheidungen. Das demokratische Miteinander sei kein Selbstläufer, so heißt es in dem am 24.07.2026 veröffentlichten Schreiben an Vertreter und Vertreterinnen der Landespolitik. Es ist ein Appell zur Sicherung von langfristig und intensiv aufgebauten Maßnahmen und Strukturen der Beratungs- und Bildungsarbeit.

Erste Mitzeichnungen des Briefes sprechen sich für das Anliegen aus. „Der Appell ist ein wichtiges Zeichen vor der Landtagswahl. Der Wert der Demokratiearbeit ist unverzichtbar und kann kaum bemessen werden.", so Daniel Taprogge, stellvertrender Vorsitzender des DGB Nord. "Wir lenken mit dem offenen Brief den Blick auf einen Bereich, der keine große Lobby hat, aber eine wertvolle Arbeit leistet." Weitere Sparmaßnahmen und strukturelle Hürden kosten jedoch nicht nur Arbeitsplätze, sondern wirken insbesondere „am Kern des Gemeinwesens, am gesellschaftlichen Zusammenhalt und an innerer Sicherheit“, wie der offene Brief herausstellt. Lokale wie auch landesweit tätige Akteure, von Arbeit und Leben Mecklenburg-Vorpommern e.V. bis zur Nordkirche, haben sich diesem Appell bereits angeschlossen. Weitere Organisationen und Einzelpersonen sind gefragt, den Brief ebenfalls zu unterstützen.

Arbeit für Zusammenhalt und Teilhabe wird oft befristet und durch enge Regulierung begrenzt geleistet, von der Distanzierungsarbeit bis zur kulturellen Demokratiebildung. Um weiterhin Wirkung zu erzielen und den Ansprüchen gerecht zu werden, ist ein langfristiger Erhalt und Ausbau der Räume, Ressourcen und Arbeitsplätze unerlässlich. Im Kern steht damit die Forderung, dass politische Akteure Verantwortung übernehmen. Der offene Brief gibt den Adressierten damit eine weitere Aufgabe für den Wahlkampf und die Aufstellung, vor wie nach den Landtagswahlen.

Der vollständige Brief ist öffentlich einsehbar unter: https://www.netzwerk-courage.de/offener-brief-mv/

Zum Netzwerk:
Hinter dem Vorhaben stehen Projekte, Initiativen und Vereine aus Mecklenburg-Vorpommern, die durch Fördermittel finanzierte Bildungs-, Beratungs- und Beteiligungsangebote für verschiedene Zielgruppen zur Stärkung der demokratischen Werte unterbreiten. Es handelt sich insbesondere um zivilgesellschaftliche Antidiskriminierungsarbeit, Beratung, außerschulische politische Bildung, Demokratiebildung, Distanzierungsarbeit und Erinnerungsarbeit sowie kulturelle Bildung. Sie alle vereint die strukturelle und finanzielle Abhängigkeit sowie das Ziel, Engagement für Demokratie, Vielfalt und Zusammenhalt zu zeigen.   

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