Der Hamburger Senat und der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) Hamburg haben heute das Positionspapier des DGB Hamburg zu Olympischen und Paralympischen Spielen in Hamburg erörtert. Sollten sich die Hamburger*innen für Olympia in Hamburg aussprechen, wollen Senat und DGB den weiteren Bewerbungsprozess gemeinsam und im Dialog gestalten.
Der DGB spricht sich entschieden dafür aus, soziale und nachhaltige Standards von Anfang an im weiteren Bewerbungsprozess zu verankern. Eine gemeinsame Sozialcharta ist dafür die Grundlage. Sie solle sicherstellen, dass Gute Arbeit, soziale Standards, Kostentransparenz und nachhaltige Stadtentwicklung nicht nachrangig behandelt, sondern frühzeitig berücksichtigt und gemeinsam weiterentwickelt werden. Olympia könne Chancen bieten – aber nur, wenn die Menschen in Hamburg im Mittelpunkt stehen.
Dr. Melanie Leonhard, Senatorin für Wirtschaft, Arbeit und Innovation: „Ich danke dem DGB für die klare Positionierung. Die Anregungen des DGB und der Austausch mit den Sozialpartnern sind für uns im weiteren Dialog wichtig. Wir nehmen die Hinweise sehr ernst und werden sie in die weiteren Überlegungen einbeziehen. Gemeinsam mit dem DGB wollen wir zeigen: Hamburg kann Spiele organisieren, die sportlich begeistern und sozial überzeugen.“
Andy Grote, Senator für Inneres und Sport: „Olympische und Paralympische Spiele werden Hamburg weit über den Sport hinaus stärken. Wir wollen die Chancen von Olympia nutzen, auch für mehr faire Beschäftigung und Qualifizierung, neue Teilhabechancen am Arbeitsmarkt und für den sozialen Fortschritt in unserer Stadt. Olympia in Hamburg soll von Anfang an von Teilhabe und sozialer Verantwortung geprägt sein.“
Tanja Chawla, Vorsitzende des DGB Hamburg: „Wir begrüßen, dass der Senat unseren Positionen offen begegnet. Olympia könnte ein Gewinn für Hamburg sein – aber nur, wenn Fairness, Transparenz und soziale Verantwortung von Anfang an fest verankert sind. Eine verbindliche Sozialcharta ist dafür unverzichtbar. Die Menschen in Hamburg müssen wissen, worauf sie sich einlassen. Olympia darf nicht zulasten der öffentlichen Daseinsvorsorge gehen. Olympia darf keine Aufwertungsspirale lostreten, die Menschen aus ihren Stadtteilen drängt. Wir brauchen bezahlbaren Wohnraum und eine nachhaltige Infrastruktur, die allen nutzt.“
Laura Pooth, Vorsitzende des DGB Nord: „Gute Arbeit ist die Grundlage für erfolgreiche Spiele. Faire und verlässliche Arbeitsbedingungen in allen Bereichen müssen klar garantiert sein. Damit Olympia eine große Sache für alle wird – und nicht nur für diejenigen, die es sich leisten können –, braucht es echte soziale Teilhabe, faire Zugänge und Angebote, die die gesamte Stadtgesellschaft mitnehmen.“
Hamburg will Olympische und Paralympische Spiele, die sportlich begeistern und zugleich sozial und nachhaltig wirken. Gute Arbeit, faire Bedingungen und gesellschaftliche Teilhabe sollen dabei ebenso zum Hamburger Weg gehören wie Transparenz, Dialog und eine nachhaltige Entwicklung der Stadt und der Metropolregion.
Das Positionspapier des DGB finden Sie abrufbar unter: Positionspapier des DGB