Verlagerungspläne für das BG Klinikum Boberg: Beschäftigte müssen beteiligt werden – Bedeutung des Standorts Boberg für die Region muss beachtet werden

Datum

Ordnungsnummer 15/26

Die bekannt gewordenen Überlegungen zu einer Verlagerung des BG Klinikums Boberg an das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) werfen aus Sicht von ver.di Hamburg und des DGB wichtige Fragen für die Beschäftigten und die Region auf.

Hilke Stein, Fachbereichsleiterin für Gesundheit bei ver.di Hamburg: „Unabhängig davon, welche Lösung am Ende medizinisch und organisatorisch die beste ist, müssen die Beschäftigten frühzeitig beteiligt werden. Sie sind diejenigen, die die Folgen jeder Veränderung unmittelbar tragen. Nach den derzeit bekannten Überlegungen wäre ein großer Teil der Beschäftigten von einer Verlagerung ihres Arbeitsplatzes betroffen. Für viele Kolleg*innen würden sich die täglichen Pendelwege deutlich verlängern. Das gilt insbesondere für Beschäftigte, die aus Schleswig-Holstein oder dem Umland nach Boberg kommen. Diese zusätzlichen Belastungen müssen bei allen weiteren Planungen berücksichtigt werden.“

Oliver Hinrichsen, Gesundheits- und Krankenpfleger und in der ver.di-Betriebsgruppe des BG Klinikums: „Wir erwarten, dass mit uns gesprochen wird und nicht über uns. Für viele Kolleg*innen geht es nicht nur um einen anderen Arbeitsort, sondern um die Frage, wie sich Beruf, Familie und tägliche Fahrzeiten künftig organisieren lassen. Diese Perspektive muss in die Entscheidungen einfließen.“

ver.di Hamburg fordert deshalb Transparenz über die Auswirkungen möglicher Veränderungen sowie einen strukturierten Dialog mit den Beschäftigten und ihren Interessenvertretungen.

Tanja Chawla, Vorsitzende des DGB Hamburg: „Ein Umzug dieser Größenordnung ist kein rein bauliches oder organisatorisches Projekt, sondern eine Entscheidung mit massiven sozialen, regionalen und infrastrukturellen Folgen. Als DGB erwarten wir, dass der Senat diese Verantwortung ernst nimmt und eine Lösung findet, die Versorgungssicherheit, Beschäftigteninteressen und regionale Stabilität gleichermaßen berücksichtigt.“

Ernst Heilmann, Vorsitzender des DGB Bergedorf, hebt die besondere Rolle des BG Klinikums für den Bezirk und das Umland hervor: „Das BG Klinikum Boberg ist seit Jahrzehnten ein prägender Bestandteil der Gesundheitsversorgung im Hamburger Osten. Es beschäftigt rund 2.500 Mitarbeitende und ist damit einer der größten Arbeitgeber im Bezirk. Es braucht eine valide Folgenabschätzung für Bergedorf, die wirtschaftliche, soziale und versorgungsrelevante Aspekte einbezieht.“

ver.di und DGB fordern, dass die Interessen der Beschäftigten sowie die Bedeutung des Standorts Boberg für die Region in die laufenden Planungen und Gespräche umfassend einbezogen werden.

zurück